Buchvorstellung : Beck will der SPD helfen

Kurt Beck hat am Donnerstag seine Autobiografie vorgestellt und dabei gleich einige Dinge ins rechte Licht gerückt: Müntefering hätte "viel zu viel Verantwortungsgefühl" für etwaiges Intrigantentum.

Kurt Beck
Kurt Beck bei der Vorstellung seiner Autobiografie. -Foto: dpa

BerlinDer zurückgetretene SPD-Vorsitzende Kurt Beck will trotz Enttäuschungen seine Partei weiter unterstützen. So werde er dafür "eintreten und arbeiten", dass die SPD mit dem designierten Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier bei der Bundestagswahl 2009 ein "spannendes Ergebnis" erreiche, kündigte Beck am Donnerstag bei der Vorstellung seiner Autobiografie in Berlin an. Sein Buch nannte er ein "geradezu leidenschaftliches Bekenntnis zur Sozialdemokratie".

Beck bekräftigte seinen bereits aus Vorabdrucken bekannt gewordenen Vorwurf, durch "intrigantenhafte Verhaltensweisen" aus dem Umfeld von Steinmeier und Franz Müntefering, seinem designierten Nachfolger als Parteichef, zum Rücktritt gezwungen worden zu sein. Müntefering und Steinmeier selbst nahm er von dem Vorwurf ausdrücklich aus: Diese hätten für ein solches Vorgehen "viel zu viel Verantwortungsgefühl".

Großer Medienrummel bei der Buchvorstellung

Beck selbst verwahrte sich vehement gegen Kritik, mit seiner Veröffentlichung der Partei zu schaden. Er habe die Vorgänge um seinen Rücktritt beschrieben, wie sie gewesen seien. Das halte er für "hilfreich". Er stellte klar, dass er seinen "Wolfsrudel"-Vergleich - mit dem er die aus seiner Sicht mangelnde Solidarität in der SPD-Spitze kritisiert hatte - auch auf gesellschaftliche Entwicklungen in Deutschland gemünzt habe.

Zu der Buchvorstellung, die auf großes Medieninteresse stieß, war ursprünglich Ex-Kanzler Gerhard Schröder als Laudator vorgesehen gewesen. Schröder erschien nicht, weil es Beck nach eigenen Worten "sinnvoll" erschien, "ein bisschen Distanz hineinzubringen". Die Präsentation übernahm deshalb der TV-Journalist Heiner Bremer.

Ausdrücklich nahm Beck auch Gerhard Schröder (SPD) in Schutz. Dieser habe "völlig recht", wenn er Intrigen-Vorwürfe als "Quatsch" bezeichne. Beck sagte, er habe lediglich darauf hingewiesen, dass von "Büchsenspannern" aus den eigenen Reihen den Medien eine "falsche Darstellung" der Rolle Schröders übermittelt worden sei. (mpr/dpa/ddp)

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