Politik : Bündnis auf Dauer

Fünf Organisationen werben gemeinsam für langfristige Hilfe in Krisenregionen

Jörg Ziegler

Berlin - Immer mehr Hilfsorganisationen bündeln ihre Kräfte. Vor dem Hintergrund der Flutkatastrophe in Südasien gaben am Montag fünf deutsche Hilfswerke die Gründung ihres Bündnisses „Gemeinsam für Menschen in Not“ bekannt. Zehn weitere haben schon früher die „Aktion Deutschland hilft“ ins Leben gerufen. In anderen Staaten wie Großbritannien oder der Schweiz sammeln sogar alle großen Spendenorganisationen gemeinsam Geld für die Flutopfer.

Dem Zusammenschluss „Gemeinsam für Menschen in Not“ gehören die Deutsche Welthungerhilfe, Medico International und Terres des Hommes sowie die kirchlichen Hilfswerke Brot für die Welt und Misereor an. Ziel der Kooperation sei eine entwicklungspolitische Arbeit über den kurzfristigen Beistand nach einer Katastrophe hinaus, erklärten Vertreter des Bündnisses am Montag in Berlin.

Die fünf Organisationen verbindet eine Philosophie: jahrelange Zusammenarbeit mit lokalen Verbänden in Entwicklungsregionen von Asien, Afrika und Lateinamerika. „Wir alle arbeiten mit zivilgesellschaftlichen Organisationen vor Ort zusammen“, sagte der Leiter der Pressestelle von Misereor, Michael Kleine, dem Tagesspiegel. „Es gibt einen Trend, Menschen in Katastrophenregionen nur als hilflose Opfer wahrzunehmen“, kritisierte die Direktorin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Das neue Bündnis hingegen wolle Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe in den Partnerländern fördern.

„Wir haben Befürchtungen, dass die langfristige Perspektive bei Katastrophen wie nun in Asien aus dem Blick gerät“, sagte Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. Die Mitglieder von „Gemeinsam für Menschen in Not“ appellierten an die Industrieländer, ihre politische Mitverantwortung bei der Bekämpfung der Ursachen von Not und Katastrophen wahrzunehmen. Wirksame Hilfe müsse weit darüber hinaus gehen, akute Not zu lindern, hieß es. Notwendig sei die Förderung einer umfassenden sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung in der Region.

Zu den aktuellen politischen Forderungen des Bündnisses gehören ein Schuldenerlass für die von der Flutwelle betroffenen Entwicklungsländer sowie die Stärkung fairer Handelsbeziehungen.

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