Politik : Bündnis für Gesundheitsvorsorge Verbände wollen gemeinsam

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Berlin. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat am Donnerstag in Berlin das neu gegründete „Deutsche Forum Prävention und Gesundheitsförderung“ vorgestellt. Zusammen mit 41 Akteuren aus dem Gesundheitswesen – von den Krankenkassen über die Ärzte hin zu Patienteninitiativen – will Schmidt dadurch der Vorbeugung von Krankheiten einen höheren Stellenwert verschaffen.

Besonders wichtig ist es der Ministerin, dass die Gesundheitserziehung bereits im Kindergarten und in der Schule beginnt. Drei weitere Schwerpunkte müssen ihrer Ansicht nach bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, nach wie vor Todesursache Nummer eins in Deutschland, der Prävention im Alter und der betrieblichen Gesundheitsförderung liegen. Wer dem Forum vorstehen soll, was für eine Rechtsform es bekommt und auch die Finanzierung sind allerdings noch völlig unklar. Das und konkrete Handlungsstrategien sollen in den kommenden Monaten Arbeitsgruppen klären, solange liegt die Leitung beim Bundesgesundheitsministerium.

Schmidt hatte sich schon in den vergangenen Monaten für eine „Stiftung für Prävention“ ausgesprochen. Jetzt regte sie an, unter anderem könne „ein Teil der Abgaben von Tabak- und Alkohol-Steuer“ in das Projekt fließen. Denn eines ist klar: Wenn die Prävention zur vierten Säule im Gesundheitssystem werden soll, dann wird das „mittelfristig“ die Kosten im Gesundheitswesen nicht senken. Es müsse sogar zusätzlich investiert werden, vermutete Rolf Stoppardt, Gründungsmitglied des Forums und Vorstandsvorsitzender der IKK. Manfred Richter-Reichhelm, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung, ging davon aus, dass sich mehr Prävention „erst in zwölf Jahren“ finanziell auszahlt. Doch bei einer stetig alternden Gesellschaft sei es wichtig, dass Menschen langfristig gar nicht erst krank würden.

Richter-Reichhelm gab sich außerdem überzeugt, dass der eingeschlagene Weg auch einen möglichen Regierungswechsel überdauern könne. Der Konsens zwischen den unterschiedlichen Verbänden in diesem Bereich sei so groß – „da kommt keine Regierung dran vorbei“. Ruth Ciesinger

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