Politik : "Bündnis für Kinder": Stiftung will Gewalt gegen Minderjährige bekämpfen

Informationen unter www.stiftungkinderschutz.de .

Die bayerische Staatsregierung hat am Donnerstag in München die Stiftung "Bündnis für Kinder - gegen Gewalt" gegründet. Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sagte, die Initiative sei als Aufruf zu mehr Kinderfreundlichkeit. Kinder hätten in Deutschland "keine sehr starke Lobby". Gewalt gegen die Schwächsten dürfe aber nicht nur dann geächtet werden, "wenn wir durch uns alle erschreckende Einzelfälle aufgewühlt werden", sagte Stoiber. Der Freistaat finanziert die Stiftung mit einem Startkapital von fünf Millionen Mark, für 2001 stehen weitere 200 000 Mark zur Verfügung. Dem Stiftungsvorstand gehören Altbundespräsident Roman Herzog, TV-Moderatorin und Unicef-Botschafterin Sabine Christiansen und die Schauspielerin und Ärztin Maria Furtwängler an.

Die bayerische Sozialministerin Christa Stewens (CSU) kündigte an, die Stiftung werde die Arbeit zahlreicher Organisationen und Privatleute bündeln, die sich bereits für den Kinderschutz einsetzten. Herzog nannte den Kinderschutz eine "zutiefst humanitäre Aufgabe". Der sich in Familien oft über Generationen hinziehende "Teufelskreis" von Missbrauch und Vernachlässigung müsse durchbrochen werden. Das sei auch für die Demokratie wichtig, die selbstbewusste Bürger brauche und nicht solche, "denen schon in frühester Jugend das Rückgrat gebrochen wurde".

Nach den Worten Stoibers ist das "Bündnis für Kinder" eine Initiative, die über Bayern hinaus wirken soll. Die deutsche Gesellschaft sei "in jeder Beziehung von Kinder-Armut" geprägt. Vielfach werde der Nachwuchs als Last empfunden, das Bedürfnis der Kleinsten nach "Spiel-Raum" unterdrückt. Eine soziale Gemeinschaft müsse sich aber auch daran messen lassen, "wie sie mit den Schwächsten umgeht, welche Geborgenheit und welchen Schutz sie ihnen bietet". Zur Gewaltprävention gehöre auch die Vermittlung verbindlicher Werte, betonte der Ministerpräsident.

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