Politik : Bürger finden Deutschland ungerecht

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Berlin - Aus Sicht der Bevölkerung wird das Gerechtigkeitsdefizit in Deutschland immer größer: Zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten sagten im aktuellen Deutschlandtrend von ARD und Tagesspiegel, es gehe hierzulande eher ungerecht zu. Anfang des Jahres meinten dies noch 60 Prozent. Die Gegenmeinung vertreten nur noch 27 Prozent – zu Beginn des Jahres waren es dagegen noch 35 Prozent, die meinten, es gehe gerecht zu im Land. Dabei machten überdurchschnittlich oft Bürger der neuen Bundesländer, mit niedriger Schulbildung, Arbeiter und Arbeitslose und die Anhänger der Linkspartei/PDS eine Gerechtigkeitslücke aus.

Jeder Dritte sieht sich mittlerweile als Verlierer (32 Prozent). 40 Prozent erklären zwar, dass ihnen die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft eher nützt. Vor vier Jahren allerdings fühlte sich noch eine deutliche Mehrheit als Gewinner des gesellschaftlichen Wandels (61 Prozent), nur jeder Fünfte sah sich als Verlierer (21 Prozent). Inzwischen sieht auch eine Mehrheit die Funktionstüchtigkeit der Demokratie beschädigt: Während 7 Prozent rundum und weitere 42 Prozent überwiegend zufrieden mit ihr sind, erklären 38 Prozent, sie seien weniger zufrieden. Massiv kritisch sind sogar 13 Prozent.

Das Ansehen der Bundesregierung ist weiter im Tief. Wie im Vormonat ist nur ein Fünftel der Bevölkerung sehr zufrieden bzw. zufrieden mit ihr. 50 Prozent äußern sich kritisch und 29 Prozent völlig ablehnend. Nur die Kanzlerin liegt vor ihrem Vorgänger: 39 Prozent meinen, sie mache ihre Sache besser als Schröder, 32 Prozent haben ihn in besserer Erinnerung. Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, kämen Union und SPD auf je 31 Prozent – ein Prozentpunkt mehr für CDU/CSU, zwei weniger für die SPD im Vergleich zum Vormonat. Die FDP käme auf 13, die Grünen auf 12 und die Linkspartei/PDS auf 9 Prozent. Die Grünen haben sich damit verglichen mit Oktober um zwei Prozentpunkte gesteigert.Tsp

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