Bürgerkrieg im Jemen : Saudi-Arabien fliegt Angriffe gegen Huthi-Rebellen

Der Konflikt im Jemen eskaliert: Saudi-Arabien greift militärisch in den Konflikt ein. Bis zu 100.000 Soldaten seien für den Kampf gegen die schiitischen Huthi-Rebellen abgestellt, heißt es. Diese drohen mit der Ausweitung des Krieges.

Nur noch Ruinen: Saudische Kampfjets haben in Sanaa viele Häuser zerstört.
Nur noch Ruinen: Saudische Kampfjets haben in Sanaa viele Häuser zerstört.Foto: Yahya Arhab/dpa

Saudi-Arabien hat militärisch im benachbarten Jemen interveniert und Luftangriffe gegen die schiitischen Huthi-Rebellen geflogen. Es gehe darum, gemeinsam mit den Verbündeten der Golf-Region die legitime Regierung von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi zu verteidigen, sagte der saudi-arabische Botschafter in den USA, Adel al Dschubeir.

Hadi kam in den vergangenen Wochen unter immer stärkeren Druck der Miliz, die seit September die Hauptstadt Sanaa kontrolliert. Am Mittwoch kämpften sich die Rebellen bis auf 20 Kilometer an die Großstadt Aden im Südjemen heran, wohin Hadi geflüchtet war. Er wird neben Saudi-Arabien auch von anderen sunnitischen Monarchien der Region unterstützt, die Huthi-Miliz dagegen vom schiitischen Iran.

Eingreifen offenbar auf Wunsch Hadis

In einer gemeinsamen Erklärung Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwaits, Bahrains und Katars hieß es, die Militärintervention gegen die Huthi-Miliz erfolge auf Bitten Hadis. Ägypten teilte mit, es leiste politische und militärische Hilfe. Das US-Präsidialamt teilte mit, die logistische Unterstützung sei von Präsident Barack Obama genehmigt worden.

Kurz nach den Äußerungen des saudi-arabischen Botschafters berichteten Anwohner in Sanaa von Kampfflugzeugen, die den Flughafen der Hauptstadt und den Luftwaffenstützpunkt Dulaimi angriffen. Dem Huthi-Sender Al Massira zufolge gab es Dutzende Opfer in Wohngebieten. Der TV-Sender rief medizinisches Personal auf, sich sofort in den Krankenhäusern der Stadt zu melden. Dschubeir sagte, die Militäraktion habe mit Luftangriffen begonnen, könne aber ausgeweitet werden. Einzelheiten nannte er nicht.

Präsident nach Saudi-Arabien geflohen

Hadi hat sich saudischen Medienberichten zufolge am Donnerstagabend nach Saudi-Arabien abgesetzt. Der Staatschef sei seit den Luftangriffen in bester Stimmung und danke den Golfstaaten, hieß es aus seiner Umgebung. Die Militäraktion richte sich vor allem gegen die Luftwaffenstützpunkte der Huthi-Miliz im Norden des Landes, sagte ein Berater Hadis. Der Präsident freue sich über die gemeinsame Aktion. Nach einem Bericht des Senders "Al-Arabija" hat Saudi-Arabien 100 Kampfflugzeuge und 150 000 Soldaten für die Offensive im Jemen abgestellt. Ägypten, Marokko, Jordanien, der Sudan, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Bahrain stellten Flugzeuge zur Verfügung. Ägypten, Pakistan, Jordanien und der Sudan seien zudem bereit, sich auch an einer Bodenoffensive zu beteiligen, hieß es in dem Bericht.

Ein Sprecher der Huthi-Miliz warnte vor dem Ausbruch eines "großen Krieges". Die saudi-arabische Regierung und die Regierungen der Golf-Staaten würden ihre Aggression noch bedauern, sagte das Mitglied des Huthi-Politbüros, Mohammed al-Buchaiti, dem Sender Al Dschasira. Die Kämpfer würden sich den Angreifern mutig entgegenstellen.

(Reuters)

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