Bürgerkrieg im Jemen : Saudi Arabien verlegt Truppen an Grenze

Im Jemen bringt die aufständische Huthi-Miliz immer mehr Landesteile unter ihre Kontrolle. Präsident Hadi hat Zuflucht in Aden gesucht. Jetzt wurden Raketen auf seinen Palast abgefeuert

Die schiitische Huthi-Miliz ist weiter auf dem Vormarsch.
Die schiitische Huthi-Miliz ist weiter auf dem Vormarsch.Foto: Yahya Arhab/dpa

Im Jemen gerät die Situation immer mehr außer Kontrolle. Am Mittwoch hat es offenbar einen Luftangriff auf den Präsidentenpalast von Staatschef Abd Rabbo Mansur Hadi in der Stadt Aden gegeben. Das verlautete aus jemenitischen Sicherheitskreisen. Ein Kampfflugzeug habe "drei Raketen" auf den Präsidentensitz gefeuert, die Luftabwehr habe eingegriffen, hieß es.

Hadi hatte wegen des Vormarschs der Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa vor einigen Wochen verlassen und in der südlichen Hafenstadt Zuflucht gesucht. Mitarbeiter des Präsidenten betonten, Hadi werde trotz der vorrückenden Rebellen in Aden bleiben. Deren Milizen stehen Berichten zufolge 40 Kilometer vor Aden. Mit der Einnahme des vor der Stadt gelegenen Luftwaffenstützpunktes al Anad gelang den schiitischen Aufständischen ein wichtiger militärischer Erfolg. Beobachter vermuten, dass die Regierungstruppen jetzt eine Reihe von Kampfflugzeugen nicht mehr einsetzen kann.

Truppenaufmarsch an der Grenze

Saudi-Arabien hat inzwischen Truppen und schweres Gerät in das Grenzgebiet zum Nachbarland verlegt. Nach Erkenntnissen der US-Regierung hat die Armee unter anderem Artilleriegeschütze und Panzer mobilisiert. Mit dem Truppenaufmarsch reagiert das Königreich auf den Vormarsch der Huthi-Rebellen.

Die von Iran unterstützte Miliz hatte im September die Hauptstadt Sanaa und in der vergangenen Woche Tais, den drittgrößten Ort des Landes eingenommen. Ein Regierungsvertreter in Washington nannte den Aufmarsch der saudi-arabischen Armee "bedeutend". Unklar sei derzeit, ob sich das Herrscherhaus in Riad damit vor einem Übergreifen der Gewalt schützen wolle oder eine Intervention vorbereitet.

Präsident fordert Schutz vor "Aggression"

Die Grenze zwischen beiden Staaten ist etwa 1800 Kilometer lang und an den meisten Punkten nicht markiert. Außenminister Saud al Faisal hatte am Montag ein Eingreifen in den Bürgerkrieg im Nachbarland ins Spiel gebracht. "Die Staaten in der Region werden die notwendigen Maßnahmen treffen, um sich gegen diese Aggression zu schützen", sagte der saudische Prinz.

Jemens entmachteter Staatschef Hadi hatte am Dienstag seine Forderung nach einer Militärintervention der arabischen Staaten gegen die Huthi-Rebellen bekräftigt. Er rief die Golfstaaten und die Arabische Liga auf, "alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Jemen und seine Menschen vor der anhaltenden Aggression der Huthis zu schützen". AFP/Tsp

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