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Bürgerkrieg in Syrien : Baschar al-Assad genehmigt Hilfslieferungen nach Madaja

In Syrien droht Tausenden Menschen der Hungertod. Besonders dramatisch ist die Lage für die 40.000 Bewohner der Stadt Madaja.

Wie hier in Maaret al Numan leiden viele Menschen in den meist zerstörten Städten und Dörfern Syriens.
Wie hier in Maaret al Numan leiden viele Menschen in den meist zerstörten Städten und Dörfern Syriens.Foto: REUTERS

Die syrische Regierung hat am Donnerstag erstmals seit fast drei Monaten grünes Licht für Hilfslieferungen in die von ihren Truppen belagerte Stadt Madaja nahe Damaskus gegeben, in der 40.000 Menschen hungern. Die Vereinten Nationen begrüßten die Entscheidung aus Damaskus und kündigten an, in den kommenden Tagen Konvois nach Madaja sowie in die Ortschaften Fua und Kafraja zu schicken, die von Rebellen eingekesselt sind.

In der eingeschlossenen syrischen Stadt Madaja droht Tausenden Menschen der Hungertod. "Wir haben vergessen, wie Brot schmeckt", berichtete der 27-jährige Mohammed aus Madaja der Nachrichtenagentur AFP. Die letzte Hilfslieferung habe die von Truppen des Machthabers Baschar al Assad belagerte Stadt im Westen des Bürgerkriegslandes im Oktober erreicht, sagte eine Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP) der Deutschen Presse-Agentur. Lokale Medien und Aktivisten berichten über schlimme Zustände in der Stadt.

Aushungern hat System

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, warf Damaskus am Donnerstag vor, die Menschen in Madaja auszuhungern.

Die Webseite des TV-Kanals Al Dschasira berichtete, alleine im Dezember seien in dem Ort in Syrien, der etwa 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Damaskus liegt, 31 Menschen verhungert. Zunächst nicht zu verifizierende Fotos aus der Stadt zeigten völlig abgemagerte und leblose Körper.

Ein Arzt in Madaja berichtete der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch, die Bewohner dort würden Gras essen, um ihren Hunger notdürftig zu stillen. Zudem hätten sie vor einigen Tagen begonnen, Katzen und Hunde zu schlachten. Die Angaben des Arztes konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Lastwagen mit Hilfsgütern zur Ernährung der Stadtbewohner ständen bereit, sagte WFP-Sprecherin Bettina Lüscher. Voraussetzung sei, dass die Konfliktparteien den Helfern Zugang gewähren.

Bewohner appellieren, wenigstens die Kinder zu retten

In einer über Facebook und Youtube verbreiteten Videobotschaft bitten die Bewohner der rund 25 Kilometer nordwestlich von Damaskus gelegenen Stadt Papst Franziskus und den Weltsicherheitsrat eindringlich um Hilfe. Sie appellieren, wenigstens die Kinder vor dem Hungertod zu retten. In dem Video wird unter anderem ein Transparent von Demonstranten gezeigt, dessen englische Aufschrift übersetzt lautet: „Wir nehmen hin, dass Assad die Erwachsenen tötet, aber bitte rettet die Kinder in Madaja vor dem Hungertod“.

Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wird Madaja seit mehr als 170 Tagen von Regimetruppen und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah belagert. 40.000 Menschen - darunter etwa die Hälfte Zivilisten - lebten zurzeit in der Stadt, die wegen sich dort aufhaltender Rebellen heftig bombardiert werde. Die Menschenrechtsbeobachter sitzen in Großbritannien, beziehen ihre Informationen jedoch aus einem dichten Netz an Informanten in Syrien. Sie gelten als gut informiert und zuverlässig. (dpa/KNA)


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