Bürgerkrieg in Syrien : Russland: Warten auf Zeichen der UN für Waffenruhe in Aleppo

Nach Angaben aus Moskau kann eine Waffenruhe in Aleppo in Kraft treten. Die UN müssten mitteilen, dass die Hilfsgüter vorbereitet seien.

Die syrische und die russische Luftwaffe greifen immer wieder von der Opposition gehaltene Gebiete an.
Die syrische und die russische Luftwaffe greifen immer wieder von der Opposition gehaltene Gebiete an.Foto: AFP

Russland will die angekündigte 48-stündige Waffenruhe in der syrischen Großstadt Aleppo nach eigener Darstellung umsetzen, sobald die Hilfslieferungen der Vereinten Nationen (UN) bereit sind. Dies sei mit der syrischen Führung abgestimmt, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Anatoli Antonow am Dienstag in Moskau. Zunächst warteten Russland und Syrien auf Nachricht vom UN-Sondergesandten Staffan de Mistura, dass die Hilfsgüter vorbereitet seien, sagte Antonow Agenturen zufolge. Russland hatte sich vergangene Woche zu regelmäßigen Feuerpausen bereit erklärt. Der Westen fordert eine rasche Umsetzung, um die Menschen in Aleppo mit dem Nötigsten zu versorgen.

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Aleppo ist seit vier Jahren zwischen den Regierungstruppen im Westen und den islamistischen Rebellen im Osten geteilt. In den Vierteln unter Kontrolle der Rebellen leben rund 250.000 Menschen, in den von der Regierung gehaltenen Stadtteilen sind es etwa 1,2 Millionen. Die syrische und die russische Luftwaffe greifen immer wieder von der Opposition gehaltene Wohngebiete an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich entsetzt über die Lage in Aleppo gezeigt und das Vorgehen des Machthabers Baschar al Assad in Syrien und Russland scharf kritisiert. "Was sich in Aleppo zuträgt, ist grauenvoll, eine humanitäre Katastrophe", sagte Merkel der "Passauer Neuen Presse" von Dienstag. "Die Hilferufe, die die wenigen verbliebenen Ärzte von dort aussenden, sind zutiefst erschütternd."

Die von Assad und seinem Verbündeten Russland angebotenen drei Stunden Feuerpause am Tag seien "auf keinen Fall ausreichend, sie sind zynisch angesichts allen Leids der Menschen", sagte die Kanzlerin. "Jede internationale Hilfsorganisation erklärt, dass diese Zeit nicht ausreicht, um die nötige Versorgung der leidenden Menschen aufzubauen." Dafür seien laut UN mindestens 48 Stunden wöchentlich erforderlich.

Auch dies sei "nur ein allererster kleiner Schritt, den Russland und die syrische Führung gewährleisten müssen", betonte die Kanzlerin. Russland hatte am vergangenen Dienstag angesichts der verzweifelten Lage seine Bereitschaft erklärt, ab dieser Woche eine wöchentliche 48-stündige Feuerpause in der nordsyrischen Großstadt einzuhalten. So sollen Hilfslieferungen für die belagerte Bevölkerung ermöglicht werden. (dpa/AFP)

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