Bürgermeisterwahl in Kiew : Klitschko geht in die zweite Runde

Vitali Klitschko kämpft zum zweiten Mal um das Amt des Bürgermeisters von Kiew. Dem früheren Boxweltmeister droht gegen den Amtsinhaber erneut eine Niederlage - obwohl Leonid Tschernowezki mit Korruptionsvorwürfen belastet ins Rennen geht.

Klitschko
Im Ring. Der frühere Champion kämpft in Kiew gegen mehr als 70 Gegner. -Foto: dpa

KiewMit dem Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko als Kandidaten hat am Sonntag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew die Bürgermeisterwahl begonnen. Der 36-jährige Profi-Boxer kämpft schon zum zweiten Mal um den Chefsessel im Rathaus. Bei der vorherigen Abstimmung im März 2006 war der in Hamburg lebende Ukrainer dem Amtsinhaber Leonid Tschernowezki nur knapp unterlegen. Umfragen sehen den promovierten Sportwissenschaftler wiederum an zweiter Stelle hinter dem Finanzexperten Tschernowezki. Zu der Bürgermeisterwahl sind mehr als 70 Kandidaten von über 30 Parteien und Blöcken angetreten.

Klitschko geht als unabhängiger Kandidat ins Rennen. Sieger wird der Bewerber mit den meisten Stimmen. Die rund zwei Millionen Wahlberechtigten können bis 21 Uhr MESZ (22 Uhr Ortszeit) abstimmen. Die ersten Prognosen auf Grundlage von Nachwahlbefragungen werden kurz nach Schließung der Wahllokale erwartet.

Die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko hatte die vorgezogene Wahl im Parlament in einem rechtlich umstrittenen Verfahren durchgesetzt, nachdem gegen Tschernowezki Vorwürfe wegen Korruption und dubioser Immobiliengeschäfte laut geworden waren. Dennoch kandidiert er wieder und gilt laut Umfragen sogar als Favorit. Gerichtlich geprüft wurden die Vorwürfe gegen den bisherigen Rathauschef bisher nicht. Klitschko ist seit der Orangenen Revolution der prowestlichen Kräfte von 2004 politisch aktiv in seiner Heimat. Er hat ein Abgeordnetenmandat im Stadtrat von Kiew. (küs/dpa)

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