Bürgermeisterwahlen : Rechte erobern Rathaus von Rom

Italiens Linke hat nach der Parlamentswahl nun auch den Kampf um das römische Rathaus verloren. Neuer Bürgermeister wird Gianni Alemanno, der dem Berlusconi-Lager angehört.

Alemanno
Gianni Alemanno: Sieger der Stichwahl in Rom -Foto: AFP

RomBei der Bürgermeisterwahl in Rom hat sich der rechtsgerichtete Kandidat Gianni Alemanno am Montag deutlich durchgesetzt. Er habe die "feste Absicht", das Stadtoberhaupt aller Römer zu sein, erklärte Alemanno auf einer im Fernsehsender Sky Tg24 übertragenen Pressekonferenz. Der Kandidat der Partei Volk der Freiheit (PDL) des künftigen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kam laut Innenministerium auf 53,6 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent Francesco Rutelli von der linksbürgerlichen Demokratischen Partei (PD) erreichte 46,3 Prozent - eine schwere Schlappe für die Demokratische Partei, die bereits die Parlamentswahl Mitte April verlor.

Rutelli räumte seine Niederlage am Abend ein. Im ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl am 13. und 14. April hatte er mit 45,8 Prozent der Stimmen noch knapp fünf Prozentpunkte Vorsprung vor Alemanno. Doch bereits die Tatsache, dass Rutelli, Vize-Ministerpräsident und Kulturminister in der scheidenden Mitte-links-Regierung von Romano Prodi, in die Stichwahl musste, war für die Demokratische Partei eine herbe Enttäuschung.

Veltroni schlug Alemanno 2006 noch klar

Rutelli war bereits von 1993 bis 2001 Bürgermeister von Rom. Zuletzt wurde die 2,7-Millionen-Einwohner-Metropole von Walter Veltroni, dem Vorsitzenden der Demokratische Partei regiert. Veltroni hatte die Bürgermeisterwahl 2006 im ersten Durchgang mit 61,4 Prozent gegen Alemanno gewonnen, auf den damals nur 37 Prozent entfielen.

Der 50-jährige Alemanno begann seine politische Karriere im faschistischen Movimento Sociale Italiano (MSI). Er ist mit Isabella Rauti, der Tochter von MSI-Gründer Pino Rauti verheiratet. Innerhalb der von Gianfranco Fini, Außenminister unter Berlusconi, aus der MSI-Partei gebildeten postfaschistischen Nationalen Allianz (AN) gehört Alemanno dem rechten Flügel an. Nach Berlusconis Wahlsieg 2001 war er fünf Jahre lang Landwirtschaftsminister. Jetzt trat er für das Volk der Freiheit an, den Zusammenschluss von Berlusconis Forza Italia und Finis Nationaler Allianz.

Alemanno will kriminelle Einwanderer abschieben

Während des Wahlkampfs hatte Alemanno unter anderem die Abschiebung von 20.000 mit der Justiz in Konflikt geratenen Einwanderern angekündigt. Rutelli hatte versprochen, die Kriminalität mit Hilfe verschärfter Überwachungs- und Vorbeugungsmaßnahmen zu bekämpfen.

Die Beteiligung an der zweitägigen Stichwahl lag nach Angaben des Innenministeriums bei 63 Prozent, mehr als zehn Prozentpunkte weniger als beim ersten Durchgang (73,5 Prozent). Bei der zeitgleich abgehaltenen Parlamentswahl am 13. und 14. April hatte das rechtsgerichtete Lager unter Berlusconi sowohl in der Abgeordnetenkammer als auch im Senat die absolute Mehrheit errungen. (smz/jvo/AFP)

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