Politik : Bulgarien

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Ekaterina Ursheva,


Generation 25



Meine Vision von Europa ist einfach – Föderalismus und regionale Kooperation, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Doch wenn ich auf die letzten 50 Jahre zurückblicke, bin ich optimistisch: ich sehe, dass es möglich ist. Ich glaube, dass ein geeintes Europa ein besserer Ort zum Leben ist. Es nivelliert die unnatürlichen/künstlichen Grenzen, die den Menschen in Europa so viel Unheil gebracht haben. Die EU ermöglicht es den europäischen Nationen in Frieden und Demokratie zu leben. Sie gibt ihnen die Chance, das Beste ihrer nationalen und europäischen Identität zu vereinen und bessere Menschen zu werden. Die EU macht mich stolz, Europäerin zu sein.
Die Autorin, Jahrgang 1982, ist seit 2004 Mitglied des „European Youth Movement – Bulgaria“. Seit 2006 ist sie Generalsekretärin der Organisation. Übersetzt aus dem Englischen von Kristina Bulat.


 


Ginka Kapitanova,
Generation 50

Bis vor kurzem war die Europäische Union der Traum und das Ziel von Generationen von Bulgaren. Nun ist sie Realität, die wir noch nicht vollständig kennen, und können noch nicht alle von ihr gebotenen Möglichkeiten nutzen. Wir wollen ein Teil Europas sein, indem wir unsere nationale Identität wahren und Europa mit unserer reichen Geschichte, Kultur und Traditionen bereichern.

„Europa der Gemeinden und Regionen“ stimuliert uns zu einer schnelleren Dezentralisierung sowie zu einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung, auf dem Weg zur Schaffung von sozialem Kapital, Innovationen und Partnerschaft.

Europa ist und bleibt ein Symbol des guten Regierens, des Schutzes der Menschenrechte, der Gleichberechtigung der Geschlechter sowie der Wirtschaft, die sich auf das Wissen, auf die Zusammenarbeit der Regionen und auf Netzwerke stützt.

Die Autorin ist seit 1995 Mitbegründerin und Geschäftsführerin der Stiftung zur Reform der Kommunalverwaltung. Aus dem Bulgarischen von Katia Klei.


Nikolai Konstantinov Tsankov,
Generation 75

Der Beitritt Bulgariens zur Europäischen Union wird neue Möglichkeiten für die Entwicklung der kulturellen, wissenschaftlichen, ökonomischen und sozialen Kontakte unseres Landes eröffnen. Der EU treten wir gemeinsam mit unserem nationalen und intellektuellen Reichtum bei – darunter die Medizinische Fakultät Sofia. Der Dogmatismus der vergangenen totalitären Jahre hat unsere Fakultät von der demokratischen Familie Europas ausgeschlossen. Als diese Jahre vorbei gingen, während des Übergangs zur Demokratie, wurden die Abdankung des Staates und der Zerfall der Universitätstraditionen zum Hindernis für die Wiedereingliederung in diese demokratische Familie. Die negativen Prozesse werden aber nach und nach durch positive Tendenzen ersetzt. Ein großer Teil unserer akademischen Gemeinschaft war schon immer Sinnbild und Stolz jeder europäischen Universität. Unsere Zukunft sind die hervorragenden Studenten, mit ihrer unglaublichen Motivation, für deren Ideenreichtum schon längst keine Grenzen mehr existieren.

Der Autor, Jahrgang 1942, ist seit 1999 Dekan der Medizinischen Fakultät Sofia. Übersetzt aus dem Bulgarischen von Konstantin Tsankov.



Georgi Parvanov

Die Europäische Union feierte ihr 50. Jubiläum. Diese vergangene Zeitspanne lässt uns mit gutem Grund behaupten, dass der Aufbau und die Entwicklung der Union das wahrscheinlich erfolgreichste Projekt ist, welches das Bild Europas auf friedlichem Wege verändert hat. Doch die Europäische Union ist keine statische Organisation. Sie wächst und verändert sich mit Blick auf die Zukunft. Unverändert bleiben lediglich die grundlegenden Werte: Frieden und Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Berücksichtigung der Menschenrechte und Solidarität. Das sind die Grundsteine unseres gemeinsamen europäischen Hauses. Heute stehen wir vor der Herausforderung, wie wir die erweiterte Union stärker und tatkräftiger gestalten und dabei allen demokratischen Völkern auf unserem Kontinent eine würdige europäische Zukunft garantieren. Dazu sind neue Regeln und vervollkommnte Institutionen erforderlich, die noch effektiver zusammenarbeiten, es sind der politische Wille und die Entschlossenheit der Staaten erforderlich. Als ein junges EU-Mitglied erklärt sich Bulgarien bereit, seinen Beitrag zum Erreichen dieses Ziels zu leisten. Wir sind zuversichtlich, dass es uns auf diese Weise, mit den gemeinsamen Bemühungen aller Länder, gelingen wird, der EU ihren gebührenden Platz und unseren Bürgerinnen und Bürgern Sicherheit und Wohlstand zu gewähren.

Der Autor, Jahrgang 1957, wurde 2002 zum Präsidenten Bulgariens gewählt und 2006 in diesem Amt bestätigt. Er ist seit 1981 Mitglied der Bulgarischen Sozialistischen Partei (BSP). Übersetzt aus dem Bulgarischen.

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