Politik : Bulmahn glaubt nicht an weltweites Klonverbot Forschungsministerin will

auf klare Regeln drängen

Markus Feldenkirchen

Berlin. Zum Abschluss der internationalen Klonkonferenz in Berlin hat Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) Zweifel geäußert, ob es zu einem weltweiten Klonverbot kommen kann, das alle Klonformen umfasst. Bei Sondierungsgesprächen in der Europäischen Union sei noch keine Einigung erreicht worden, sagte die Ministerin. Allerdings wachse die Zahl der Länder, die nicht nur das reproduktive Klonen zu Fortpflanzungszwecken, sondern auch das therapeutische Klonen zu Forschungszwecken verboten hätten.

Bulmahn bekräftigte, die Bundesregierung werde versuchen, den Parlamentsbeschluss für ein umfassendes Verbot bei den Verhandlungen auf UN-Ebene durchzusetzen. Die Berliner Konferenz habe gezeigt, dass die Wissenschaft klare Regeln für ihre Forschung brauche. „Wir sind im Verständnis der verschiedenen Positionen einen guten Schritt vorangekommen“, so Bulmahn. Zum Auftakt der dreitägigen Konferenz hatte sich die Ministerin klar gegen das Klonen zu Forschungszwecken ausgesprochen.

Die CDU-Genexpertin Maria Böhmer sagte, Bulmahn habe sich auf der Konferenz in dieser Frage zwar „deutlicher verortet“ als bisher. Allerdings dürfe es nicht bei dieser „rein verbalen Behandlung“ bleiben. Sie forderte die Regierung auf, gemeinsam mit Frankreich einen konkreten Vorstoß gegen jede Klonform zu starten. Die Konferenz habe bestätigt, dass es kranken Menschen gegenüber „unverantwortlich“ sei, mit dem therapeutischen Klonen Hoffnungen zu schüren, sagte Böhmer. Die Beiträge der Experten hätten gezeigt, dass die Heilungserwartungen, die an diese Technik geknüpft werden, nicht erfüllt werden könnten.

Zuvor hatte der Berliner Biologieprofessor Jens Reich kritisiert, die Bundestags-Beschlüsse zum Klonen seien „unzureichend“. So seien neue Techniken des Klonens durch die deutsche Rechtslage nicht abgedeckt. Als Beispiel nannte Reich den Beschluss des Parlaments, die Bundesregierung möge sich für ein weltweites Klonverbot einsetzen. Darin heißt es, das klonen „menschlicher Embryos“ sei verboten. Bei den neuen Techniken sei aber umstritten, ob es sich tatsächlich um einen Embryo handelt. Statt sich darauf festzulegen, dass der entstandene Klon ein Embryo sei, solle man besser moralische Urteile an die Klonverfahren knüpfen.

Ab Herbst soll auf UN-Ebene erneut über ein weltweites Verbot verhandelt werden. Ein erster Versuch war vor einem halben Jahr gescheitert.

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