Politik : Bulmahn will mehr Schulen für ganze Tage

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Berlin Bis zum Ende des Schuljahres soll es in Deutschland 5000 zusätzliche Ganztagsschulen geben. Das sagte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) am Freitag in Berlin auf dem zweiten Ganztagsschulkongress. Ziel sei es, diese Zahl bis zum Jahr 2007 zu verdoppeln. Dann wäre jede vierte von Deutschlands rund 40 000 allgemein bildenden Schulen mit Hilfe des – wie Bulmahn sagte – „größten Schulentwicklungsprogramms, das es in Deutschland je gegeben hat“, gefördert worden. Vier Milliarden Euro hatte die Bundesregierung nach dem Pisa-Schock zum Ausbau der Ganztagsschulen bereitgestellt. Auf dem Ganztagsschulkongress wollen sich 1400 Schulexperten zwei Tage lang austauschen. Als „Botschafter für Ganztagsschulen“, die in den kommenden Wochen bundesweit aktiv werden sollen, treten Profi-Boxer Witali Klitschko, der Schauspieler Peter Lohmeyer und die Schriftstellerin Alexa Hennig von Lange auf.

Die CDU-Politikerin Rita Süssmuth, die das Treffen als Gründerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung eröffnete, stellte sich demonstrativ hinter Bulmahns Programm, das von einigen Unionsländern als Einmischung kritisiert wird. Bund und Länder sollten das Programm auch weiterhin gemeinsam vorantreiben, sie sollten „die ideologischen Grabenkämpfe überwinden und an einem Strang ziehen“. Süssmuth wandte sich dagegen, den Bund völlig aus der Schulpolitik zu drängen: „Gerade der Bildungsbereich braucht Vielfalt, aber immer auch eine starke Klammer, die das Bildungsland zusammenhält.“ Johanna Wanka, CDU-Ministerin in Brandenburg und Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), sieht in dieser Funktion aber nicht den Bund, sondern die KMK. Viele Konflikte zwischen Bund und Ländern „mussten nicht sein“, sagte Wanka zu Bulmahn. akü

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