Politik : Bundesanwalt: Motassadeq hat Anschlagspläne gebilligt

Frank Jansen

Hamburg - Auch am Ende des zweiten Prozesses gegen den Terrorverdächtigen Mounir al Motassadeq hält die Bundesanwaltschaft den Marokkaner weiter für schuldig, ein Komplize der Attentäter des 11. September 2001 gewesen zu sein.

Motassadeq sei Mitglied der Hamburger Zelle um den späteren Selbstmordpiloten Mohammed Atta gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Krauß am Montagnachmittag im Hamburger Oberlandesgericht zu Beginn des Plädoyers der Anklage. Motassadeq habe von den Plänen Attas gewusst und diese gebilligt. Zusammen mit anderen Mitgliedern der Hamburger Gruppe habe der Angeklagte die Aufgabe übernommen, die Selbstmordpiloten abzusichern, sagte Krauß. Motassadeq folgte den Vorwürfen mit schläfriger Miene.

Die Bundesanwaltschaft hält in ihrer Anklage dem Marokkaner vor, er habe unter anderem mit Finanztransfers der Atta-Gruppe geholfen und damit Beihilfe zum Mord an mehr als 3000 Menschen geleistet. Im ersten Prozess verurteilte der dritte Strafsenat des Hamburger Oberlandesgerichts Motassadeq im Februar 2003 zu 15 Jahren Haft. Im März 2004 hob der Bundesgerichtshof dieses Urteil aber wieder auf, weil der Strafsenat das Fehlen eines wichtigen, von den Amerikanern festgehaltenen Zeugen nicht ausreichend gewürdigt habe. Vor einem Jahr startete dann der vierte Strafsenat des Hamburger Gerichts den zweiten Prozess.

Die Bundesanwaltschaft setzt ihr Plädoyer am heutigen Dienstag fort. Das Urteil will das Gericht am 19. August verkünden.

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