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Bundesfamilienministerin : Kristina Schröder verzichtet auf Spitzenkandidatur in Hessen

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hätte Spitzenkandidatin der hessischen CDU werden können. Zunächst wollte sie auch. Doch dann kam Merkel mit der Kehrtwende der Kehrtwende in Sachen Homo-Ehe und Schröder disponierte um.

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Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (35) wird nach Tagesspiegel-Informationen nicht Spitzenkandidatin der Hessen-CDU bei der Bundestagswahl.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (35) wird nach Tagesspiegel-Informationen nicht Spitzenkandidatin der Hessen-CDU bei...Foto: dpa

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wird nach Tagesspiegel-Informationen nicht Spitzenkandidatin der Hessen-CDU bei der Bundestagswahl. Grund dafür sei demnach der ausgebliebene Kurswechsel in der Union beim Thema Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften. Vor drei Wochen habe sie sich mit dem hessischen Ministerpräsidenten und Landesvorsitzenden Volker Bouffier getroffen, der ihr die Kandidatur angeboten habe.

Damals sei Schröder offen dafür gewesen, weil sich das Duo Bouffier-Schröder gut ergänzt hätte. Auf der einen Seite Bouffier: männlich, älter und eher ländlich geprägt. Auf der anderen Seite Schröder: weiblich, jung und eher städtisch. Zudem hätte Schröder der Hessen-CDU einen modernen Anstrich verpassen können mit ihrer liberaleren Position beim Thema Gleichstellung. Zu dieser Zeit sah es so aus, als würde die Union den Kurswechsel vollziehen.

Doch es kam anders. Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel stoppte den Schwenk und verwies auf den Parteitagsbeschluss im Dezember, der eine Gleichstellung ablehnt und auch auf Treiben der Hessen-CDU zustande kam. Durch den ausbleibenden Kursschwenk, so ist zu hören, stand Schröder vor der Frage, als Spitzenkandidatin entweder die eigene Position zu leugnen oder sich permanent in Konfliktsituation mit der eigenen Partei begeben zu müssen. Vor einer Woche hat sie sich dann entschieden, nicht als Spitzenkandidatin anzutreten. Nun soll nach Parteiangaben Ex-Verteidigungsminister Franz-Josef Jung Spitzenkandidat der Hessen-CDU werden.

Ein Sprecher des hessischen Landesverbandes wollte die Angaben am Freitag in Wiesbaden nicht bestätigen: „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die zuständigen Gremien würden dem Parteitag rechtzeitig einen Vorschlag machen. Die Hessen-CDU stellt ihre Bundestagswahlliste am 25. Mai in Alsfeld auf. Welchen Listenplatz Schröder belegen wird, ist noch unklar, aber am Ende auch zweitrangig. Denn entscheidend ist am Ende der symbolträchtige erste Platz auf der Liste. Schröder wird wieder in ihrem Wiesbadener Wahlkreis kandidieren, den sie 2009 direkt gewonnen hatte. Ihr Verzicht geht damit gegen Bouffier und den konservativen Kurs seines Landesverbandes, aber auch gegen die Kanzlerin, die den Schwenk in Sachen Gleichstellung erstmal abgesagt hat.

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