Bundesgerichtshof : BGH hebt Freisprüche im Prozess um Misshandlung von Rekruten auf

Fünf Soldaten, denen die Misshandlung von Bundeswehrrekruten vorgeworfen wird, müssen mit härteren Strafen rechnen. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ihr Verfahren teilweise neu aufgerollt wird.

KarlsruheDer Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat vier der fünf Urteile im Coesfelder Bundeswehr-Skandal aufgehoben. Die Mitschuld der Angeklagten an den Misshandlungen von Bundeswehrrekruten müsse noch einmal geprüft werden, begründete der BGH am Mittwoch seine Entscheidung. Dies sei für die Angeklagten und das Landgericht Münster sicher nicht leicht, sagte der Vorsitzende Richter Armin Nack. Man sei es aber dem "Ansehen der Bundeswehr schuldig, dass alles korrekt abläuft". Es gebe eine besondere Verantwortung dafür, dass Rekruten in der Grundausbildung gerecht behandelt würden.
  
In den beiden Ausgangsverfahren mussten sich die fünf Ausbilder unter anderem wegen Körperverletzung verantworten, weil sie Rekruten in einer Geiselnahmeübung misshandelt hatten. Ein Unteroffizier war deshalb zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt worden, ein weiterer zu einer Geldstrafe von 2400 Euro. Die anderen Angeklagten waren freigesprochen. Die Bundesanwaltschaft legte daraufhin beim BGH Revision ein, mit Ausnahme der auf Bewährung ausgesetzten Haft. Sie forderte schärfere Strafen für die Angeklagten. (mpr/dpa/AFP)

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