• Bundesinnenminister Thomas de Maizière : Auf starre Altersgrenze in Behörden verzichten

Bundesinnenminister Thomas de Maizière  : Auf starre Altersgrenze in Behörden verzichten

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hält die "jungen Alten" für unterfordert. Das will der CDU-Politiker jetzt ändern. Altersgrenzen sollen fallen.

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Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).Foto: dpa

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will die Altersgrenzen in Behörden und Organisationen lockern, um der steigenden Zahl älterer Menschen mehr Möglichkeiten zum Engagement zu eröffnen. "Letztlich ist die Generation der 'jungen Alten’ unterfordert", sagte de Maizière dem Tagesspiegel. "Diese Generation ist körperlich und geistig oft noch sehr fit, und es wäre falsch, wenn wir als Gesellschaft das nicht nutzen würden."
Als konkretes Beispiel nannte der Minister das Technische Hilfswerk (THW), das seinem Ministerium unterstellt ist. "Das Technische Hilfswerk wird die Altersgrenze für seine Mitarbeiter aufheben, die im Moment noch bei 60 Jahren liegt", sagte de Maizière dem Blatt. "Es wird dann nur noch den Unterschied zwischen aktiven und inaktiven Mitgliedern geben." Die Katastrophenhelfer wollen zugleich das Mindestalter für den THW-Nachwuchs von bisher zehn auf sechs Jahre senken.

De Maizière, der am Freitag auch bei einem Demographiekongress der CDU-nahen Adenauer-Stiftung auftritt, forderte in der Zeitung auch für öffentliche Ämter den Verzicht auf generelle Altersgrenzen. "Man kann heute mit 72 Jahren Bundesfinanzminister sein und Bundespräsident mit 70, aber in den meisten kleinen Gemeinden nicht mehr hauptamtlicher Bürgermeister, weil das geltende Recht das vielfach verhindert", sagte der Christdemokrat. "Wenn die Bürger aber einen 70-Jährigen wählen wollen – warum nicht?“
In vielen Bundesländern gelten nach wie vor solche Altersgrenzen. Allerdings streben etliche Landesregierungen inzwischen die Aufhebung der Grenzen an. De Maizière unterstützt diese Bestrebungen ausdrücklich: "Wir sollten alle Bemühungen darauf richten, die Generation der ,jungen Alten’, die ein hohes Maß an Erfahrung und Bereitschaft mitbringt, zu fordern."

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