Politik : Bundeskanzler Erhard war nie CDU-Mitglied

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Berlin/Bonn - Der ehemalige Bundeskanzler, CDU-Vorsitzende und „Vater des Wirtschaftswunders“, Ludwig Erhard, war formal nie ordentliches Parteimitglied der Christdemokraten. „Er war nie Mitglied der CDU“, sagte der Geschäftsführer der Ludwig-Erhard-Stiftung und letzte wissenschaftliche Mitarbeiter des früheren CDU-Chefs, Horst Friedrich Wünsche, in Bonn. Er bestätigte einen Bericht des Magazins „Stern“. Es gebe zwar eine vom CDU-Kreisverband Ulm ausgestellte Mitgliedskarte, entscheidend für die Parteizugehörigkeit sei aber die Beitrittserklärung, und die liege nicht vor, sagte Wünsche. „Seit über 30 Jahren beschäftige ich mich hauptberuflich mit Ludwig Erhard, und ich sage Ihnen: Erhard ist niemals einer Partei beigetreten“, sagte Wünsche.

Auch Günter Buchstab, der als Leiter des wissenschaftlichen Dienstes der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung das Parteiarchiv der CDU verwaltet, bestätigte: „Die Mitgliedschaft lässt sich aktenmäßig nicht nachvollziehen.“ Seines Wissens habe Erhard an die CDU auch keine Beiträge gezahlt. Wie aus dem „Stern“-Bericht weiter hervorgeht, war der erste deutsche Kanzler, Konrad Adenauer, erzürnt. In einem Brief vom 27. November 1956 schrieb Adenauer an seinen späteren Nachfolger: „Ich kann nicht glauben, dass diese Nachricht zutrifft. Ich wäre Ihnen aber dankbar, wenn Sie umgehend die Bundesgeschäftsstelle der CDU in die Lage versetzen würden, die Meldung zu dementieren.“ Eine Sprecherin der CDU reagierte gelassen: „Erhard war CDU-Vorsitzender und hat die Geschichte der CDU maßgeblich geprägt. Das ist historisch unwiderlegbar.“ dpa

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