Bundespräsident : Gauck: Populisten werden in Deutschland "nicht gewinnen"

An der deutschen Demokratie würden Populisten sich "die Zähne ausbeißen", prophezeit Bundespräsident Joachim Gauck. Die gemäßigten Parteien müssten sich jedoch neu aufstellen.

Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue in Berlin.
Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue in Berlin.Foto: dpa

Bundespräsident Joachim Gauck hält die Demokratie in Deutschland für stark genug, um mit populistischen Strömungen fertig zu werden. Zwar gehe derzeit „die eine oder andere Angstwelle“ durch das Land, die von populistischen Bewegungen aufgenommen werde, sagte Gauck der „Saarbrücker Zeitung“ (Donnerstag). „Aber sie werden sich die Zähne ausbeißen an der deutschen Demokratie. Sie werden nicht gewinnen.“ Nach wie vor sehe er keine antidemokratischen Mehrheiten und auch keine Gefahr für die politische Stabilität durch die Zersplitterung des Parteiensystems.

Allerdings müssten sich die gemäßigten Parteien „in manchen Bereichen neu aufstellen“ und „noch intensiver kommunizieren“. Gauck räumte ein, dass er gewünscht hätte, dass Deutschland „von reaktionären oder völkischen Anwandlungen verschont geblieben wäre“. Verglichen mit anderen Teilen Europas und der Welt seien der Rechtsstaat und die Demokratie in Deutschland aber noch sehr gut verankert. „Das was ich derzeit mit Blick in die USA sehe, erfüllt mich mit Sorgen“, betonte Gauck.

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Zu seiner persönlichen Zukunft sagte der 76-jährige Bundespräsident, er wolle sich auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt im kommenden März weiter politisch einmischen. Allerdings habe er noch keine konkreten Pläne: „In welcher Form, weiß ich noch nicht so genau“, sagte er der Zeitung. „Erst mal lege ich eine Verschnaufpause ein. (...) Diejenigen, die mich kennen, argwöhnen allerdings, dass diese Phase nicht besonders lang sein wird.“ (dpa)

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