• Bundespräsident in Afrika: Gauck fordert gemeinsamen Kampf gegen Terror und Fluchtursachen

Bundespräsident in Afrika : Gauck fordert gemeinsamen Kampf gegen Terror und Fluchtursachen

Europa und Afrika müssen sich gemeinsam Herausforderungen wie Terror und Flucht stellen. Dies fordert Bundespräsident Joachim Gauck in Nigeria.

Bundespräsident Joachim Gauck hält sich zu einem fünftägigen Staatsbesuch in Nigeria auf.
Bundespräsident Joachim Gauck hält sich zu einem fünftägigen Staatsbesuch in Nigeria auf.Foto: dpa

Bundespräsident Joachim Gauck hat in der nigerianischen Hauptstadt Abuja zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus und gegen die Ursachen globaler Flüchtlingsbewegungen aufgerufen. Menschen in Afrika wie in Europa würden von menschenverachtendem Terror erschüttert, sagte Gauck am Mittwoch in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. „Flucht und Vertreibung sind zu einer Herausforderung geworden, die unsere beiden Kontinente ganz unmittelbar verbindet.“

Der Bundespräsident sprach vor der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (Ecowas). Afrika und Europa hätten gemeinsame Interessen und gemeinsame Ziele, sagte er laut vorab verbreitetem Redemanuskript. „Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industrieländer können die vielen Probleme, die keine nationalen Grenzen kennen, nur gemeinsam lösen. Das gilt für die Bewältigung des Klimawandels und den Erhalt der biologischen Vielfalt ebenso wie für die Schaffung von Frieden und Sicherheit.“ In Deutschland und Europa werde immer mehr Menschen bewusst, dass Afrika keine ferne Welt sei, sondern unser Nachbarkontinent. „Vielen, die bislang die Augen vor den wechselseitigen Abhängigkeiten verschließen konnten, wird gerade angesichts der jüngsten regionalen und globalen Krisen klar, dass wir gemeinsam handeln müssen. Was wir brauchen, sind regionale und globale Solidarität.“

In Deutschland werde den Menschen klar, vor welche Herausforderungen die Integration so vieler Flüchtlinge die Gesellschaft stellen werde. „Ja, wir wollen ein offenes Land bleiben“, sagte Joachim Gauck. „Aber wir erkennen auch, dass unsere Aufnahmefähigkeit begrenzt ist. Wir können nicht alle aufnehmen, die zu uns kommen wollen. Die Begrenzung des Zuzugs ist eine Notwendigkeit, wenn die Bereitschaft der Bevölkerung zur Aufnahme von Neuankömmlingen erhalten werden soll.“ Auf lange Sicht müsse es gemeinsam gelingen, die Ursachen von Flucht und Vertreibung zu beseitigen. „Die Menschen in ganz Afrika brauchen eine Perspektive, auch die kommenden Generationen. Nur so können wir verhindern, dass immer mehr Hoffnungslose sich den Terroristen anschließen. Und nur so kann es uns gelingen, das große Potenzial, das in Ihren jungen Gesellschaften steckt, Afrika selbst zugutekommen zu lassen.“ (dpa)