Bundespräsident Köhler : Globalisierung nicht den Stärkeren überlassen

Bundespräsident Horst Köhler hat bei einer Konferenz des „Club of Rome“ zu einem globalen Umdenken beim Umgang mit den natürlichen Ressourcen aufgerufen.

Albrecht Meier
Köhler
Bundespräsident Horst Köhler -Foto: ddp

Berlin -  „Die Menschheit verbraucht den Planeten, als hätte sie einen zweiten in Reserve“, sagte Köhler am Dienstag bei dem Treffen im Schloss Bellevue. Die Menschheit müsse sich endlich als Verantwortungsgemeinschaft verstehen und entsprechend handeln, forderte Köhler. „Mit einer kooperativen Weltpolitik fahren am Ende alle besser.“

Der Bundespräsident lobte die Arbeiten des „Club of Rome“ und des Weltklimarates, die Problembewusstsein schafften und die Argumente für den besonnenen Umgang mit der Schöpfung auf die Titelseiten der Tageszeitungen und in die Gespräche am Abendbrottisch brächten. „Und genau dahin gehört das Thema“, sagte Köhler. An die Adresse der westlichen Welt richtete der Bundespräsident den Appell: „Wir brauchen einen Wandel unseres Lebensstils.“ Dabei gehe es nicht um Gängelung, sondern um einen Bewusstseinswandel. „Macht uns ein vor allem an Quantität ausgerichteter Lebensstil überhaupt glücklich?“, fragte der Bundespräsident.

Köhler verlangte, dass die Globalisierung weniger denn je sich selbst oder der Durchsetzungskraft der Stärkeren überlassen werden dürfe. „Sie muss allen Menschen zugutekommen, weil es diese Welt sonst zerreißen könnte.“

Nach den Worten des Bundespräsidenten könne niemand mehr ausschließen, dass die nächste Finanzmarktkrise auf die gesamte Weltwirtschaft durchschlägt „und damit rund um den Globus Arbeit und Einkommen der Menschen massiv in Mitleidenschaft zieht“. Der Internationale Währungsfonds müsse Verantwortung übernehmen, forderte der frühere Geschäftsführende Direktor der Organisation.

Ashok Khosla, der indische Ko-Präsident des „Club of Rome“, erklärte, dass der Sinn der Globalisierung nicht darin bestehe, „die Reichen reicher zu machen“. Zu den Schattenseiten der Globalisierung gehöre auch, dass die Zahl der in Armut lebenden Menschen weltweit zugenommen habe. Albrecht Meier

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