Bundespräsident : "Nun ist eine Frau dran"

SPD legt sich noch nicht auf Wiederwahl Köhlers fest.

Berlin - Gut ein Jahr vor der nächsten Bundespräsidentenwahl am 23. Mai 2009 warnen führende SPD-Politiker ihre Parteispitze davor, vorschnell eine mögliche erneute Kandidatur von Amtsinhaber Horst Köhler zu unterstützen. „Die SPD muss sich ihre Entscheidung offenhalten. Wir dürfen unser Pulver nicht zu früh verschießen“, sagte der schleswig-holsteinische SPD-Vorsitzende Ralf Stegner der „Welt am Sonntag“. Es gebe „keine Eilbedürftigkeit“ in dieser Frage. „Die älteste deutsche Volkspartei hat grundsätzlich das Interesse an eigenen Kandidaten, zumal für das höchste Staatsamt“, sagte er.

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), sprach sich für die Professorin Gesine Schwan als nächste Bundespräsidentin aus. Die Präsidentin der Viadrina-Universität in Frankfurt (Oder) sei „eine engagierte, kraftvolle und kluge Frau mit einem klaren Blick für die Notwendigkeit des sozialen Zusammenhalts unserer Gesellschaft“, argumentierte Edathy. Schwan „wäre eine hervorragende Bundespräsidentin“, die „mit Sicherheit in Sachen Beliebtheit“ den Vergleich mit Köhler nicht scheuen müsste. „Gewiss, Horst Köhler ist ein freundlicher Mensch - aber ist Nettsein eine ausreichende Qualifikation für das höchste deutsche Staatsamt?“, fügte er hinzu. Strebe Köhler eine Wiederwahl an, werde seine Kandidatur „kein Selbstläufer“, betonte Edathy. Die Politikwissenschaftlerin war bereits im Jahre 2004 gegen Köhler angetreten.

Die Vorsitzende des Bundestags-Familienausschusses, Kerstin Griese (SPD), sagte: „Nun ist eine Frau dran, das Amt des Staatsoberhauptes zu übernehmen. Als mögliche Kandidatin neben Schwan nannte sie auch Jutta Limbach, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) oder Rita Süssmuth (CDU). „Diese Frauen quer durch die Parteien können neue Impulse setzen, vielleicht sogar spannendere als der Amtsinhaber“, fügte sie hinzu. ddp

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