• Bundespräsident setzt politische Gespräche in Kairo fort - Deutsch-ägyptischer Wirtschaftsrat gegründet

Politik : Bundespräsident setzt politische Gespräche in Kairo fort - Deutsch-ägyptischer Wirtschaftsrat gegründet

Nach Gesprächen mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak hofft Bundespräsident Johannes Rau darauf, dass die ins Stocken geratenen Nahost-Friedensverhandlungen bald wieder aufgenommen werden. Mubarak "ist einer der Wichtigsten in der ganzen Region", sagte Rau am Dienstag in Kairo, wo er sich seit Montag zu einem Staatsbesuch aufhält.

Eine eigene Vermittlerrolle verneinte Rau. Er hoffe, dass Deutschland den Prozess hilfreich begleiten könne. Zuvor hatte sich Rau bei seiner elftägigen Nahost-Reise in Israel und in den palästinensischen Autonomie-Gebieten aufgehalten, wo er mit den führenden Politikern gesprochen hatte.

Rau war am Dienstag ein weiteres Mal mit Mubarak zusammengetroffen. Nach einem gemeinsamen Gespräch mit einer deutschen Wirtschaftsdelegation wurde ein deutsch-ägyptischer Wirtschaftsrat gegründet. Damit sollen die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern gefördert und deutsche Direktinvestitionen in Ägypten verstärkt werden. Ägypten will mit einer Gesetzesänderung Finanztransaktionen sowie die Ein- und Ausfuhr von Kapital erleichtern. Zu den Nahost-Verhandlungen verlautete aus deutschen Delegationskreisen, Ägypten werde im Friedensprozess als ein Faktor der Mäßigung betrachtet.

Bei einem Besuch der Egyptian German Automotive, eines Gemeinschaftsunternehmens mit DaimlerChrysler, räumte Rau den Wirtschaftsbeziehungen beider Länder gute Entwicklungschancen ein. Die westlich vor den Toren Kairos in einer Satellitenstadt gelegene Fabrik gilt als eines der modernsten Kleinserienwerke der Welt. Jährlich werden ohne Robotertechnik 2500 Mercedes-Personenwagen gefertigt. Alle 40 Minuten rollt ein Auto vom Band.

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