Politik : Bundespräsident: Ute Vogt wünscht sich eine Präsidentin

Drei Jahre vor Ende der Amtszeit von Bundespräsident Johannes Rau ist eine Diskussion über seine Nachfolge ausgebrochen. Aus ihrer Partei wurde die stellvertretende SPD-Vorsitzende Renate Schmidt als Kandidatin vorgeschlagen. "Ich kann mir Renate Schmidt als Bundespräsidentin gut vorstellen", sagte die bayerische SPD-Bundestagsabgeordnete Erika Simm der "Bild am Sonntag". "Sie ist ein warmherziger Typ und hat auch etwas Landesmütterliches an sich. Sie hat sich in vielen politischen Ämtern, die früher von Männern bekleidet wurden, sehr gut bewährt und als Vizepräsidentin des Bundestages schon ein repräsentatives Amt übernommen. Das prädestiniert sie für höhere Aufgaben."

Nach Ansicht der baden-württembergischen SPD-Landesvorsitzenden Ute Vogt ist es "an der Zeit, dass eine Frau das höchste Staatsamt in Deutschland übernimmt". Der Respekt vor Rau gebiete es aber, jetzt keine Nachfolgediskussion zu betreiben. Auch FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper unterstützte die Forderung nach einer Präsidentin: "Es ist längst an der Zeit, in Deutschland eine Bundespräsidentin zu wählen. Es gibt keine vernünftige Begründung, das höchste Staatsamt Männern vorzubehalten.

Die nächste Bundesversammlung zur Wahl des Staatsoberhauptes findet im Mai 2004 statt. Es gilt als wahrscheinlich, dass der dann 73 Jahre alte Rau auf eine zweite Amtszeit verzichtet. In diesem Fall würde die SPD-Führung die Aufstellung einer Frau favorisieren.

Der früheren bayerischen SPD-Landeschefin Schmidt werden dann gute Chancen eingeräumt. Die 57-Jährige will auf dem SPD-Bundesparteitag im November in Nürnberg erneut als SPD-Vize kandidieren. Sie gilt auch als mögliche Nachfolgerin von Familienministerin Christine Bergmann (SPD), falls diese, wie erwartet, nach der Bundestagswahl im nächsten Jahr aus dem Kabinett ausscheidet.

Als weitere Kandidatin für die Rau-Nachfolge wird die Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Jutta Limbach, genannt, die im nächsten Frühjahr wegen Erreichung der Altersgrenze von 68 Jahren ihr Amt in Karlsruhe aufgeben muss. Falls bei der Bundestagswahl die rot-grüne Koalition bestätigt wird, werden auch Bundestags-Vizepräsidentin Antje Vollmer Chancen eingeräumt, erste Bundespräsidentin zu werden. Die Grünen-Politikerin genießt auch bei großen Teilen der Union hohes Ansehen.

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