Politik : Bundesregierung will Entführer in Algerien jagen

Tote Geisel wurde nachts in der Wüste verscharrt

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Hamburg (dpa). Die Bundesregierung will nach einem Bericht des „Spiegels“ mit Hilfe der Algerier und amerikanischer Behörden nach den Kidnappern der SaharaGeiseln fahnden. Um von einem Haftbefehlsantrag und einer internationalen Fahndung zu sprechen, sei es – anders als das Nachrichtenmagazin schreibt – noch zu früh, sagte Hartmut Schneider, Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, am Samstag. Die 14 europäischen Sahara-Touristen waren am Mittwoch nach sechs Monaten Geiselhaft wohlbehalten in Deutschland gelandet.

Die Bundeswehr sei seit Ostern an der Operation in Algerien und zuletzt in Mali beteiligt gewesen, sagte Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) der „Welt am Sonntag“. „Die Kosten sind enorm. Da kann man schon mit Rücksicht auf die Steuerzahler erwarten, dass Menschen hinterher keinen Profit aus der Geiselnahme ziehen, sondern Honorare für Fotos und Geschichten dem Staat zur Verfügung stellen.“ Nach der Befreiung der Abenteuer-Urlauber war eine Diskussion über die Kosten für die Aktion entbrannt.

Eine der 15 Geiseln hatte die Qualen in der Wüste nicht überlebt. Wie Rainer Bracht, Geisel aus Detmold, dem „Spiegel“ sagte, verschärfte sich die Lage Ende Juni. Bei 50 Grad habe es für jede Geisel nur zwei Liter Wasser pro Tag gegeben. Am 29. Juni sei die Augsburgerin Michaela Spitzer gestorben. Zuvor soll die 46-Jährige die Bewacher noch um mehr Wasser gebeten haben, doch diese hätten die Bitte abgelehnt. Spitzer sei dann ins Koma gefallen und gestorben. Sie sei nachts abseits der Piste im Licht der Autoscheinwerfer begraben worden. Das Grab mit einem Kreuz oder Steinen zu schmücken, hätten die Entführer verboten.

Wenn die Befragung der freigelassenen Geiseln abgeschlossen ist, wird nach Angaben der Bundesanwaltschaft entschieden, „welche strafprozessualen Maßnahmen ergriffen werden“. Wer hinter der Entführung steckt, scheint klar: Den deutschen Behörden läge ein Schreiben von Abderazak el Para und ein Video vor, auf dem etliche Kidnapper zu sehen sind, berichtet der „Spiegel“. Der Salafisten-Führer übernahm auch in einem Schreiben an die arabischsprachige Zeitung „El Khabar“ die Verantwortung für die Entführung.

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