Bundestag : Jugendfreiwilligendienste flexibilisert

Lange kämpften junge Menschen um die Anerkennung ihres Engagements. Nun stärkt der Bundestag den engagierten Jugendlichen den Rücken. Sie erhalten mehr Rechte während ihres Dienstes im Inland. Darüberhinaus fördert der Staat den Einsatz im Ausland mit Geld. So entsteht das größte Freiwilligenprogramm der Welt.

FSJ
Engagement verdient Anerkennung: Der Bundestag stärkte den jungen Menschen den Rücken. -Foto: ddp

BerlinDer Bundestag will mehr junge Menschen für einen freiwilligen sozialen oder ökologischen Dienst interessieren. Das Parlament verabschiedete gegen die Stimmen der Opposition einen Gesetzentwurf der Bundesregierung zur "Förderung von Jugendfreiwilligendiensten". Die bisherigen Möglichkeiten im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) und des Freiwilligen Ökologischen Jahrs (FÖJ) bleiben unter diesen Namen erhalten und sollen ausgebaut werden.

Junge Menschen können künftig mit staatlicher Hilfe freiwillig in Hilfsprojekten im Ausland arbeiten. Für die Auslandseinsätze im Rahmen des Programms des Bundesministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit "Weltwärts" erhalten die entsendenden Organisationen 580 Euro pro Person und Monat. Insgesamt wird mit 10.000 Freiwilligen pro Jahr gerechnet. Dies wäre dann das größte Freiwilligenprogramm dieser Art weltweit.

Dauer auf 24 Monate ausgedehnt

In bestimmten Fällen soll eine Dienstdauer bis zu 24 Monaten ermöglicht werden, wenn dies durch ein besonderes pädagogisches Konzept begründet wird. Die Jugendlichen können nun ihren Freiwilligendienst aufteilen. Das ermöglicht ihnen, sich während ihrer offiziellen Dienstzeit umzuentscheiden. So können sie jetzt den Dienstort und die Dienststelle wechseln, ohne ihr Engagement vom Staat aberkannt zu bekommen. Zudem können die jugendlichen ihren Dienst mit Einsatzzeiten im In- und Ausland kombinieren. Beibehalten wurde die Regeldauer von 12 zusammenhängenden Monaten als auch die Mindestdauer von 6 Monaten sowie im Regelfall die Höchstdauer von 18 Monaten.

In einer Entschließung forderte das Parlament zudem die Bundesregierung zu gezielten Maßnahmen auf, "um mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund und mehr benachteiligte Jugendliche für Jugendfreiwilligendienste zu gewinnen". An den Programmen für die Freiwilligendienste im Umweltschutz, in sozialen Einrichtungen, in der Denkmalpflege und im Sport nehmen derzeit pro Jahre etwa 33.000 Jugendliche im Alter von 19 bis 21 Jahren teil. (ml/ddp/dpa)

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