Bundestag : Parlament erhält Einsicht in Bericht über Luftangriff

Knapp zwei Monate nach dem umstrittenen Luftangriff auf zwei entführte Tanklaster in Afghanistan erhält der Bundestag Einsicht in geheime Nato-Dokumente.

Berlin - Der Bericht bewertet auf 75 Seiten sowie 500 Seiten Anlagen das Verhalten des deutschen Oberst Georg Klein, der in der Nacht zum 4. September als Kommandeur in Kundus das Bombardement angefordert hatte. Unterschiedlichen Quellen zufolge wurden dabei auch bis zu 142 Zivilisten verwundet oder getötet.

Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mitteilte, sollten die deutsche Übersetzung des Berichts ohne Anlagen sowie das englische Original mit Anlagen noch im Laufe des Tages an die Geheimschutzstelle des Bundestags übersandt werden. Die Fraktionsvorsitzenden sowie ermächtigte Personen könnten die Dokumente dort einsehen. Das von der Nato als geheim eingestufte Papier lag dem Verteidigungsministerium bereits seit Mittwochabend in englischer Fassung vor. Die Hardthöhe wollte das Dokument aber erst nach seiner Übersetzung zur Einsicht geben.

SPD und Grüne hatten Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) aufgefordert, den Bericht über ein mögliches deutsches Fehlverhalten dem Bundestag schneller als geplant zur Verfügung zu stellen. Das Parlament müsse „ohne Verzögerung“ unterrichtet werden, sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin. Dazu müsse der Bericht nicht erst ins Deutsche übersetzt werden. Auch der Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels (SPD) verlangte, den Originalbericht unverzüglich vorzulegen. ddp

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