• Bundestag spricht sich für umfassendes Klonverbot aus Neue Enquetekommission für Ethikfragen eingesetzt

Politik : Bundestag spricht sich für umfassendes Klonverbot aus Neue Enquetekommission für Ethikfragen eingesetzt

Markus Feldenkirchen

Berlin Der Bundestag hat die Regierung aufgefordert, sich bei den Vereinten Nationen für ein umfassendes Klonverbot einzusetzen. Dieses soll neben dem reproduktiven auch das therapeutische Klonen umfassen. Das Parlament verabschiedete am Donnerstag einen entsprechenden Antrag von SPD, Union und Grünen. Nur die FDP sprach sich für die alte Strategie der Bundesregierung aus, wonach man auf UN–Ebene zunächst nur auf ein Verbot des reproduktiven Klonens drängen wollte.

Zugleich beschloss der Bundestag die Einrichtung einer zweiten Enquete-Kommission „Recht und Ethik der modernen Medizin“. In der vergangenen Legislatur hatte diese Kommission etwa die Entscheidung über die Forschung an embryonalen Stammzellen mit vorbereitet und eine Stellungnahme zur umstrittenen Präimplantationsdiagnostik verfasst. Agenda und Besetzung der neuen Kommission sind zum Teil noch ungeklärt. Die Politik laufe Gefahr, von den Ereignissen in der Forschung überrollt zu werden, wenn sie sich nicht die Zeit nehme, ein Thema in Ruhe von allen Seiten zu beleuchten, sagte die SPD-Politikerin Gudrun Schaich-Walch.

Unions-Fraktionsvize Maria Böhmer wertete den Beschluss zum Klonverbot als „deutlichen Sieg für den Schutz des Lebens“. Mit Blick auf das therapeutische Klonen sagte sie, auch ein Embryo stelle menschliches Leben dar, das nicht in der Verfügung anderer Menschen stehe. Beim therapeutischen Klonen werden Embryozellen kopiert, um mit Hilfe dieser embryonalen Stammzellen Ersatzgewebe oder -organe nachzuzüchten. Beim reproduktiven Klonen sollen dagegen menschliche Kopien erzeugt werden, wie das die Raelianer-Sekte bereits getan haben will. Grünen-Fraktionsvize Reinhard Loske betonte, Klonen verletze in jedem Fall „elementar die Menschenwürde“. Auch beim therapeutischen Klonen werde „menschliches Leben verfügbar gemacht“.

Aus FDP-Sicht hingegen schränkt ein umfassendes Klonverbot die Forschungsfreiheit ein und ignoriert den Wunsche von Kranken nach Heilung. Die FDP-Genexpertin Ulrike Flach sagte, die Wissenschaft erwarte derzeit zwar keinen Durchbruch beim therapeutischen Klonen. Sollte dies aber möglich werden, müssten sich die Länder frei entscheiden können.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben