Politik : Bundestagsabgeordneter soll Hamburgs CDU retten

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Hamburg - Der Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg soll nach dem Willen der Parteibasis neuer Vorsitzender der CDU Hamburg werden. Bei der ersten Mitgliederbefragung in der Geschichte der Partei zum künftigen Parteichef entschieden sich 1327 CDU-Mitglieder für den 44-Jährigen, teilte die CDU Hamburg am Sonntag mit. Das letzte Wort hat nun ein Parteitag Mitte Juni. Der Befragung war ein mehrwöchiger „Wahlkampf“ in allen Kreisverbänden und vor der Frauen-Union, der Senioren-Union und der Jungen Union vorausgegangen. Knapp 41 Prozent der CDU-Mitglieder nahmen teil und votierten in ihrer stärksten Mehrheit für Weinberg.

Nach der krachenden Wahlniederlage bei den Bürgerschaftswahlen vom 20. Februar und dem Verlust der Regierungsverantwortung hatte die Basis mehr Mitsprache und personelle Veränderungen in Fraktion und Partei eingefordert. Daraufhin hatte der Vorsitzende Frank Schira seinen Rückzug zum Sommerbeginn angekündigt. Die Parteigänger der Union konnten nun zwischen acht Kandidaten wählen. Die Ergebnisse präsentierte Schira am Sonntag in der Parteizentrale, dem Ludwig-Erhard-Haus. Die meisten der insgesamt 3663 gültigen Stimmen fielen auf den Lehrer Weinberg, der seit 2005 im Bundestag sitzt und dem bisherigen Vorstand bereits mehrere Jahre angehört. Er ist in Hamburg bereits CDU-Chef im Kreisverband Altona. Der Politiker brachte es auf 36,2 Prozent der Stimmen und erreichte damit einen größeren Vorsprung, als es Beobachter zuvor erwartet hatten. Seine stärkste Widersacherin, die 45-jährige Anwältin Karin Prien, kam auf 989 Stimmen und damit 27 Prozent. Die anderen Kandidaten blieben chancenlos.

Der Landesvorstand hat nach Vorliegen des Abstimmungsergebnisses beschlossen, Weinberg im Juni bei dem Parteitag als neuen Vorsitzenden vorzuschlagen, bei dem dann noch die förmliche Wahl durch die Delegierten zu erfolgen hat. Er hat angekündigt, inhaltlich in seiner Partei für eine liberal-konservative Großstadtbandbreite zu stehen. Er galt als Befürworter der durch einen Volksentscheid gestoppten sechsjährigen Primarschule. dhan

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