Bundestagswahl 2017 : Linken-Fraktionschef Bartsch fordert SPD-Absage an große Koalition

Dietmar Bartsch strebt ein rot-rot-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl an. Doch er beklagt: "Die SPD hält sich jede Hintertür offen." Kanzlerkandidat Martin Schulz wirft er Profillosigkeit vor.

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Vorkämpfer von Rot-Rot-Grün in der Linkspartei: Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch.
Vorkämpfer von Rot-Rot-Grün in der Linkspartei: Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch.Foto: Mike Wolff

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz dazu aufgefordert, eine Fortsetzung der großen Koalition nach der Bundestagswahl auszuschließen. "Martin Schulz muss glasklar erklären, dass er nicht als Minister in ein Kabinett unter Angela Merkel eintritt", sagte Bartsch dem Tagesspiegel. Eine solche Klärung würde Schulz "glaubwürdiger machen". Die Sozialdemokraten gingen zwar verbal auf Distanz zur Union, würden sich in Wirklichkeit aber "jede Hintertür offen" halten.

Die Ausrufung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten und die gestiegenen Umfragewerte der SPD hätten die Chancen auf ein Regierungsbündnis von SPD, Linkspartei und Grünen im Bund rechnerisch  erhöht, meinte der Linken-Politiker. Dem SPD-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten warf Bartsch in diesem Zusammenhang Profillosigkeit vor: Ob sich die Chancen von Rot-Rot-Grün auch inhaltlich verbessert hätten, sei unklar, "weil Martin Schulz sich bisher inhaltlich im Vagen bewegt".

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