Bundestagswahl 2017 : Ramona Pop: „Wir werden ernsthafte Gespräche führen“

Die Grünen-Politikerin hält eine Jamaika-Koalition für möglich – mit Klimaschutz und einem starken Europa.

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Wirtschaftssenatorin Ramona Pop betont, dass die Grünen in den Koalitionsgesprächen an ihren Kernthemen festhalten.
Wirtschaftssenatorin Ramona Pop betont, dass die Grünen in den Koalitionsgesprächen an ihren Kernthemen festhalten.Foto: dpa

Frau Pop, die Grünen liegen im Bund bei 8,9 Prozent, ein Zuwachs zu 2013. Liegt das am Dieselskandal?

Die Spitzenkandidaten und die Partei haben einen unglaublichen Wahlkampf gemacht. Wir sind sehr geschlossen aufgetreten und haben jetzt ein sehr ordentliches Ergebnis. Natürlich sind wir wie die anderen Parteien vom Ergebnis der AfD geschockt. Eine Partei, die in den letzten Wochen mit Naziparolen Wahlkampf gemacht hat. Das ist ein Auftrag an die demokratischen Parteien.

Die AfD wird als drittstärkste Kraft in den Bundestag ziehen. Wie sollen die Parteien künftig im Parlament mit den Rechtspopulisten umgehen?

Ich gehe davon aus, dass alle demokratischen Parteien zusammenstehen und die AfD auch stellen werden. Wir sehen das auch in Parlamenten, in denen die AfD schon sitzt, dass diese Partei kaum Themen auf die Tagesordnung bringt.

Nach den Hochrechnungen ist nur noch eine Jamaika-Koalition möglich. Werden sich die Grünen auf die FDP einlassen?

Wir haben im Laufe des Abends deutlich gemacht, dass wir ein ordentliches Ergebnis haben. Wir werden die Verantwortung annehmen und ernsthafte Gespräche führen. Unsere Themen, mit denen wir im Wahlkampf geworben haben, sind ja auch bekannt. Darum wird es in den folgenden Gesprächen auch gehen: ein starkes Europa, Klimaschutz für die Zukunft. Das sind für uns wesentliche Punkte in möglichen Verhandlungen.

Machen bei Jamaika auch die grünen Flügelleute mit?

Jürgen Trittin hat bereits gesagt, dass die Grünen ernsthaft Gespräche führen werden.

Und Renate Künast wird Ministerin?

Wir sondieren jetzt erst einmal, die Personalfragen kommen zum Schluss.

Das Gespräch führte Sabine Beikler.

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