Bundestagswahl : Die Bedeutung des Ostens

Hamburg (11.08.2005, 12:58 Uhr) - Im Osten Deutschlands leben knapp 20 Prozent der Wahlberechtigten. Nach den Erkenntnissen der Wahlforscher ist der Osten «unberechenbarer» als der Westen. Eine große Gruppe der Wähler ist - so der Chemnitzer Professor Eckhard Jesse - kaum parteigebunden, experimentierfreudig und lange unentschlossen. Wie groß die Kluft 15 Jahre nach der Wiedervereinigung noch ist, wird unter anderem an der geringeren Wahlbeteiligung deutlich.

Als die Wahl 2002 bereits klar zugunsten der Union und ihres Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber (CSU) gelaufen schien, punktete Schröder nicht zuletzt mit seinem Krisenmanagement beim Oder- Hochwasser. Hinzu kamen latente Ost-Vorbehalte gegen die USA während der Irakkrise. Aus der Situation heraus gaben viele Ost-Wähler Schröder ihre Stimme. Auch in der allgemeinen Wertschätzung der Spitzenkandidaten rangierte er deutlich vor dem Ministerpräsidenten aus Bayern. Am Ende erreichte die SPD mit 39,7 Prozent ihr bestes Ostergebnis seit der Einheit. Die Union landeten bei 28,3 Prozent.

Anders als im Westen konnte die Union der SPD im Osten kaum Stimmen abnehmen. Nur in Sachsen behauptete sie sich vor den Sozialdemokraten. Geholfen hat der SPD, dass sie im Osten laut Infas- Analyse etwa 150 000 PDS-Wähler auf ihre Seite ziehen konnte. (tso)

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