Fachkräftemangel

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Bundestagswahl : 10 Probleme, die jede Regierung anpacken muss
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Wichtige Fachkräfte. Eine Auszubildende steht mit ihrem Meister an einer Drehbank im Ausbildungszentrum der Firma ABB in Berlin.
Wichtige Fachkräfte. Eine Auszubildende steht mit ihrem Meister an einer Drehbank im Ausbildungszentrum der Firma ABB in Berlin.Foto: picture alliance / dpa

8. Keine Handwerker zu bekommen - der Fachkräftemangel

Die Preise für Dachdecker steigen von Jahr zu Jahr, wer Reinigungskräfte sucht oder sich vom Tischler Einbauschränke bauen lassen will, bekommt immer die gleiche Auskunft: Keine Leute, keine Leute. Wartezeiten sind mittlerweile die Regel, kaum ein Firmenauto ohne Aufschrift: „Wir suchen...“. Ob Verkäufer, Pflegepersonal, Mechatroniker: Überall suchen deutsche Unternehmen Mitarbeiter.

Und weil – gerade im Baubereich – die Nachfrage der Kunden wegen der niedrigen Zinsen anhaltend hoch ist, können die Firmen an der Preisschraube drehen. Fachkräftemangel ist das größte Thema in den Unternehmen. 1,1 Millionen Stellen sind im Augenblick unbesetzt. Je kleiner die Firmen, umso drängender das Problem.

Lange Zeit galt das Problem als alarmistische Drohung von Arbeitgeber- und Unternehmerverbänden. Mittlerweile wird es zum Hemmnis für Dienstleistungen: Die Menschen spüren es, wenn sie ihr Geld ausgeben wollen und statt auf offene Türen auf Vertröstungen stoßen. Und es wird zum Problem für die Volkswirtschaft insgesamt. Erst vor wenigen Tagen warnte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag: Weil Fachkräfte in vier von fünf Unternehmen fehlen, unterlassen die Betriebe Innovationen.

Die Union setzt auf Qualifizierung und Integration von Flüchtlingen, um Lücken zu schließen. Ein Einwanderungsgesetz, das gezielt qualifizierte Fachkräfte im Ausland anwirbt, steht nicht auf der Tagesordnung. Auch die anderen Parteien setzen auf mehr Qualifizierung von Arbeitslosen. Um den Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften zu steuern, wollen SPD, Grüne und FDP ein Einwanderungsgesetz – mit einem Punktesystem. Die Linke lehnt „selektive“ Elemente in der Einwanderungspolitik ab, die AfD will „ausschließlich qualifizierten Zuzug nach Bedarf zulassen“.

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