Mietsteigerungen

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Bundestagswahl : 10 Probleme, die jede Regierung anpacken muss
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Wohnraum zu vermieten.
Wohnraum zu vermieten.Foto: dpa

4. Wenn die Miete das Gehalt auffrisst

Ob in Berlin, Hamburg oder München – die Trends sind überall die gleichen: Bezahlbare Wohnungen in zentraler Lage sind zur Mangelware geworden. In einigen Vierteln werden alteingesessene Mieter verdrängt, weil sie die steigenden Preise nicht mehr bezahlen können. Und trotz niedriger Zinsen können sich auch Teile der Mittelschicht kein Wohneigentum leisten. Probleme, die nicht nur in den Großstädten auftreten, sondern auch in Universitätsstädten wie Freiburg oder Münster, in denen sich ebenfalls der Zuzug vom Land bemerkbar macht.

Wohnen wird zur sozialen Frage: Bei Menschen mit geringeren Einkommen fällt die Miete besonders ins Gewicht, wie Daten des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2014 zeigen. In Haushalten mit einem Nettoeinkommen von bis zu 900 Euro im Monat gingen im Schnitt zum Teil deutlich mehr als 40 Prozent für die Miete drauf. Bei Einkommen bis zu 1300 Euro netto waren es immerhin noch mehr als 30 Prozent. Zuletzt hat auch die Mietpreisbremse der großen Koalition wegen ihrer Schlupflöcher keine richtige Wirkung entfaltet.

Bundesweit fehlen laut Schätzungen rund eine Million Wohnungen. Trotz des Baubooms kommen nicht genügend Wohnungen auf den Markt, vor allem Sozialwohnungen fehlen. Nach Berechnungen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung müssten bis 2030 jährlich 230.000 neue Wohnungen entstehen.

Die Union will den Neubau von Mietwohnungen durch Sonderabschreibungen fördern und Familien, die sich eine Eigentumswohnung zulegen, Wohnkindergeld zahlen. Die SPD fordert ein sozial gestaffeltes Familienbaugeld und will die Mietpreisbremse nachschärfen. Letzteres fordern auch die Grünen. Sie wollen außerdem eine Million „preiswerte“ Wohnungen bauen.

Die Linke fordert mindestens 250.000 zusätzliche Sozialwohnungen pro Jahr und will deren Bau auch mit Bundesgeldern bezahlen. Die FDP will Neubau fördern, indem die jährliche Abschreibungsrate für Gebäude erhöht wird. Sie hält die Mietpreisbremse allerdings für überflüssig – ebenso wie die AfD.

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