Bundeswehr : Am Bombodrom verdienen nur die Anwälte

Die Bundesregierung hat zur Durchsetzung des umstrittenen Bomben-Abwurfplatzes "Bombodrom" im nördlichen Brandenburg nach Angaben der Linken bislang fast eine halbe Million Euro für Anwälte, Gerichte und Gutachten ausgegeben.

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Die Bundeswehr lässt sich vom Protest gegen das Bombodrom nicht beeindrucken. -Foto: ddp

Potsdam/BerlinInsgesamt betrügen die Kosten bisher 456.462,85 Euro, teilte die Bundestagsabgeordneten der Linken, Petra Pau und Kirsten Tackmann, unter Berufung auf Angaben der Bundesregierung mit. "Der Wahnsinn hat Methode und er kostet obendrein Geld", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Steuergelder würden aufgewendet, "nur um eine militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide gegen den Willen der Länder Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zu erzwingen".

Die Pläne zur militärischen Nutzung des rund 14.000 Hektar großen Areals nahe Wittstock stoßen seit 15 Jahren auf erbitterten Widerstand. Gerichte haben in der Vergangenheit immer wieder den Flugbetrieb der Luftwaffe in der Region untersagt. Trotz dieser Niederlagen akzeptierte das Verteidigungsministerium auch die jüngste Entscheidung des Verwaltungsgerichts Potsdam nicht und beantragte am 27. August die Zulassung der Berufung. Nach Angaben des Gericht kann bis Mitte Oktober die Begründung nachgereicht werden. Darüber muss dann das Oberverwaltungsgericht entscheiden.

Der außenpolitische Sprecher des Parteivorstandes der Linken, Wolfgang Gehrcke, forderte Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) auf, er solle "endlich Fehlentscheidungen zugeben und korrigieren". (mit dpa)

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