Politik : Bundeswehr befürchtet Anschläge

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Hamburg/Kabul - Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat sich alarmiert über die Sicherheitslage in Afghanistan gezeigt. „Die Entwicklung in Afghanistan bereitet mir größte Sorge“, sagte Jung der „Bild am Sonntag“. In diesem Jahr seien in dem Land bereits fast so viele Anschläge verzeichnet worden wie im gesamten letzten Jahr. In Afghanistan gebe es „eine neue terroristische Herausforderung“. Terroristen versuchten, den Wiederaufbauprozess im Land zu stoppen. Er habe daher angeordnet, dass es in Afghanistan künftig nur noch Transporte mit geschützten Fahrzeugen geben solle. Für mögliche neue Angriffe kündigte Jung Gegenwehr der Bundeswehrsoldaten an: „Wenn es stärkere Herausforderungen für uns gibt, dann werden wir uns klar zur Wehr setzen. Dann gibt es Feuergefechte.“

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein gepanzertes Bundeswehrfahrzeug nahe Kundus waren am Dienstag der Attentäter und zwei Zivilisten getötet worden. Stunden später wurden bei einem Bombenanschlag auf eine Patrouille drei Soldaten verletzt. Freitagabend wurde außerdem der Koalitionsstützpunkt Kandahar im Süden des Landes mit Raketen angegriffen.

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, forderte mit Blick auf die Sicherheitslage in Afghanistan mehr zivile Hilfe. Als Grund für die wachsende Unterstützung von Extremisten nannte der Bundeswehroberst, dass Präsident Karsai die Erwartungen seiner Landsleute bisher nicht erfüllt habe. „Die Lebensverhältnisse der Bevölkerung haben sich bisher nicht genügend verbessert.“ Die internationale Gemeinschaft müsse daher verstärkt auf wirtschaftliche und entwicklungspolitische Programme setzen. Zudem müsse die Regierung in Kabul beim Kampf gegen die Opiumproduktion unterstützt werden.

Die Bundeswehrspitze befürchtet indes, dass deutsche Soldaten in Afghanistan gezielt Opfer von Anschlägen werden könnten. Laut Bericht eines Nachrichtenmagazins gibt es besonders im bislang als friedlich eingestuften Raum Kundus im Norden des Landes eine neue Qualität der Gefährdung. Das alte Motto von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan „Schwarz-Rot-Gold ist eine Schutzweste“ habe ausgedient, zitierte das Blatt einen hohen Offizier. afp/dpa

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