Politik : Bundeswehr beginnt Abzug aus dem Kongo

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Nairobi - Die mehr als 700 Soldaten der Bundeswehr im Kongo bereiten sich auf die Rückkehr in die Heimat vor. Nach dem Ende des Mandats für die deutschen Truppen traten die Soldaten am Donnerstag zum offiziellen Abschluss ihres Einsatzes zum letzten Appell an. Das erste Flugzeug mit deutschen Soldaten soll die Region am Samstag verlassen, wie der Leiter des deutschen Einsatzkontingents, Flottillenadmiral Henning Bess, mitteilte. Der Abzug der deutschen Truppen soll am 22. Dezember abgeschlossen sein.

Die Bundeswehr hatte die im Juli begonnenen Wahlen im Kongo im Rahmen der Eufor-Mission mit mehr als 700 Soldaten unterstützt. Das Mandat ließ den Einsatz von bis zu 780 Soldaten zu. Die Eufor war zur Unterstützung der rund 2000 in der Hauptstadt Kinshasa stationierten Soldaten der Vereinten Nationen (UN) entsandt worden. Der oberste Gerichtshof des Landes hatte am Montag den Sieg von Amtsinhaber Joseph Kabila bei der Stichwahl um das Präsidentenamt am 29. Oktober bestätigt und eine Klage des unterlegenen Gegenkandidaten JeanPierre Bemba abgewiesen.

In der Hauptstadt Kinshasa ist die Lage jedoch vor der Vereidigung Kabilas am 10. Dezember weiter angespannt. Politische Analysten hatten kritisiert, dass der Eufor-Einsatz endet, bevor der neue Präsident ins Amt eingeführt wird. Ein führender Eufor-Offizier erklärte, dass die EU-Truppe noch bis in den Dezember hinein eine Präsenz im Kongo aufrechterhalten werde. Die Soldaten würden im Notfall nach dem offiziellen Mandatsende jedoch nicht mehr eingreifen. Die Wahlen waren insgesamt relativ ruhig verlaufen. Im August waren bei Kämpfen zwischen Anhängern Kabilas und Bembas 23 Menschen getötet worden.

Unterdessen willigte die letzte im Osten des Kongo aktive Rebellengruppe ein, die Waffen niederzulegen und 700 Kindersoldaten freizulassen. Damit sind die Weichen für eine Beendigung der Gewalt in der Provinz Ituri gestellt, der in den vergangenen acht Jahren 60 000 Menschen zum Opfer fielen. Laut Übereinkunft sollen bis zu 5000 Rebellen im Gegenzug für eine Amnestie ihre Waffen abgeben. dpa/ddp

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