Bundeswehr-Einsatz : SPD-Chef denkt an Entsendung weiterer Soldaten nach Afghanistan

Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält vom Parteichef der SPD, Kurt Beck, Schützenhilfe: Auch er ist für eine Verlängerung des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan. Außerdem fordert er, die Entsendung weiterer Soldaten zu erwägen.

Beck
SPD-Chef Kurt Beck in Afghanistan im Frühjahr 2007 -Foto: ddp

BerlinWie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schließt auch SPD-Chef Kurt Beck die Entsendung weiterer Bundeswehr-Soldaten nach Afghanistan nicht aus. "Unser Ziel ist, dort die Zivilgesellschaft und die Regierung zu stabilisieren und afghanische Sicherheitskräfte - Polizei wie Militär - intensiver auszubilden, um sie in die Lage zu versetzen, mittelfristig selbst für Sicherheit zu sorgen", sagte er der "Bild am Sonntag". "Daher werden wir auch die Frage diskutieren, ob wir mehr Soldaten und Polizisten entsenden müssen." Mit Blick auf die Entsendung von bisher bis zu 60 deutschen Polizisten hatte Merkel bereits angekündigt, mit Experten darüber zu beraten, ob eine Verstärkung nötig ist.

Beck unterstützte Merkels Forderung nach einer Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes, ohne sich allerdings auf die einzelnen Mandate festzulegen. "Im Grundsatz gibt es keine unterschiedlichen Bewertungen. Die Tendenz der SPD, das deutsche Engagement in Afghanistan fortzuführen, ist ganz eindeutig und klar", sagte er. "Aber über die Ausgestaltung des Mandats müssen wir diskutieren. Und ich finde, bei so einer ernsten Entscheidung ist es gut, wenn man sie vorher gründlich diskutiert."

Der Parteivorsitzende äußerte die Hoffnung, dass die Mission nicht länger als zehn Jahre dauert: "Ziel ist es, dass die Menschen in Afghanistan selbst für Freiheit und Sicherheit sorgen können. Ich hoffe nicht, dass es länger als zehn Jahre dauert. Aber wir müssen den Einsatz jedes Jahr neu bewerten." (mit dpa)

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