Politik : Bundeswehr in Kabul in erhöhter Alarmbereitschaft Nach Einschlag von Raketen

bei deutschem Feldlager

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Kabul/Berlin (dpa/hmt). Nach Raketeneinschlägen in der Nähe des deutschen Feldlagers in Kabul sind die Sicherheitsmaßnahmen für die BundeswehrSoldaten erhöht worden. Wie der Pressesprecher in Kabul, Major Günther Bender, am Samstag der dpa sagte, waren am späten Freitagabend zwei Raketen etwa 1000 bis 1500 Meter südöstlich des deutschen Stützpunktes der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe (Isaf) eingeschlagen. Verletzt wurde niemand. Zunächst waren drei Abschüsse vermutet worden.

Die Soldaten hätten vorübergehend in Bunkern Schutz gesucht, sagte Bender. Der Alarm sei später wieder aufgehoben worden. Angesichts der Entfernung der Einschläge sei nicht klar, ob die Geschosse gezielt auf das „Camp Warehouse“ abgefeuert wurden, sagte Bender. Unklar war auch, wer die Täter waren und um welche Geschosse es sich handelte.

Es war der erste Zwischenfall dieser Art nahe dem deutschen Isaf-Stützpunkt seit rund zwei Monaten. Ende November waren wenige Stunden vor der Ankunft von Außenminister Joschka Fischer in der afghanischen Hauptstadt mehrere Raketen nahe dem deutschen Feldlager eingeschlagen.

Auch bei diesen Explosionen sahen sich die deutschen Verantwortlichen im „Camp Warehouse“ nicht in der Lage, die Raketen-Schützen einer bestimmten Gruppierung oder gar einer islamistischen Gruppe in Afghanistan zuzuordnen. In manchen Fällen würden am nächsten Morgen in der Umgebung des Lagers Abschusseinrichtungen gefunden, die von den Tätern zurückgelassen worden seien, hieß es. Allerdings sei nicht zu klären, ob die Schützen zu gezielterem Beschuss unfähig seien oder bewusst nur Schrecken verbreiten wollten, um den ausländischen Soldaten zu bedeuten, dass diese nicht die Herren im Land seien und sich deshalb nicht allzu sicher fühlen dürften.

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