Bundeswehr : Jung bekräftigt Forderung nach Sudan-Einsatz

Die Bundeswehr, die derzeit nach den Worten von Verteidigungsminister Jung bereits einen "Einsatz" im Sudan leistet, soll weiter mit rund 200 Soldaten in der Krisenregion Darfur vertreten sein. Deutschland könne sich nicht "verweigern", so Jung.

Berlin - Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat seine umstrittenen Äußerungen zu einem deutschen Einsatz im Sudan bekräftigt. Das Kabinett habe einmütig beschlossen, das Mandat für die Afrikanische Union in der sudanesischen Krisenregion Darfur mit bis zu 200 Soldaten fortzusetzen, sagte Jung im ARD-"Morgenmagazin". Sollte dieses Mandat in die Vereinten Nationen überführt werden, dann habe Deutschland die Verantwortung, es fortzuführen und könne sich nicht "verweigern".

Jung lehnte die Kritik an seiner Haltung als nicht berechtigt ab und führte sie auf ein Missverständnis zurück. Es sei offenbar noch zu wenig bekannt, was bereits der Auftrag der Bundeswehr im Sudan sei. So habe Deutschland bei der Verlegung anderer Truppen geholfen, führe Militärbeobachtung durch und sei mit einem anderen Mandat mit 35 Soldaten im Sudan. "Das heißt, wir leisten dort einen Einsatz", betonte Jung.

Das Mandat läuft laut Jung im Dezember aus. Er gehe davon aus, dass nach dem Kabinett auch der Bundestag der Fortführung zustimmen wird, sagte der CDU-Politiker. Sollte das Mandat zu den Vereinten Nationen überführt werden, werde eine neuerliche Zustimmung der Abgeordneten nötig. (tso/ddp)

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