Bundeswehr : Jung: Soldaten in Afghanistan gut ausgerüstet

Verteidigungsminister Franz Josef Jung wehrt sich gegen Vorwürfe, die Bundeswehr sei schlecht ausgerüstet. Der Bundeswehrbeauftragte Reinhold Robbe kündigte eine Untersuchung an. Nachbesserungsbedarf werde nun geprüft, so Jung.

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Jung: "Die Bundeswehr ist gut ausgerüstet." -Foto: dpa

Koblenz/WilhelmshavenVerteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach deutsche Soldaten in Afghanistan schlecht ausgerüstet seien. "Vom Grundsatz her ist unsere Ausrüstung gut", sagte Jung am Freitag in Koblenz. So habe Deutschland dort mehr als 700 geschützte Fahrzeuge. Der Vater einer der beiden jüngst in Afghanistan getöteten Soldaten hatte die Ausrüstung im Interview mit der Zeitschrift "Super Illu" als "miserabel" bezeichnet. Sein Sohn habe sich selbst unter anderem eine schusssichere Weste gekauft. "Ich will das durchaus prüfen, was hier im Einzelfall gesagt worden ist", sagte Jung. In dem einen oder anderen Punkt möge es Nachbesserungsbedarf geben.

Robbe leitet Untersuchung ein

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, hat nach den jüngsten Vorwürfen eine Untersuchung eingeleitet. "Das Thema Ausstattung steht auf der Agenda", sagte Robbe am Freitag bei einem Besuch des Marinestützpunktes in Wilhelmshaven. "Ich kann nachvollziehen, dass sich die Angehörigen alle möglichen Gedanken machen", sagte Robbe. Berichte über Mängel gebe es, seitdem es Einsätze gebe. "Es muss ständig nachgesteuert werden. Wir haben gesehen, wie flexibel die Taliban sind bei der Erfindung neuer Mordmaschinen." Die Bundeswehr müsse in der Lage sein, sich täglich anzupassen.

Am 20. Oktober waren zwei Soldaten sowie fünf afghanische Kinder bei einem Selbstmordanschlag der Taliban getötet worden. Jung besuchte am Freitag zwei Soldaten im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz, die bei einem Anschlag am 6. August im nordafghanischen Kundus schwer verletzt worden waren. (jar/dpa)

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