Bundeswehr : Jung zu Besuch in Afghanistan

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) ist zu einem zweitägigen Besuch in Afghanistan eingetroffen. Jung will sich ein Bild vom deutschen Einsatz im Norden des Landes machen.

Masar-i-Scharif/Berlin - Der Minister besuchte unter anderem den Stützpunkt in Faisabad. Dort traf er auch mit Markus Kneip zusammen, dem deutschen Kommandeur der Internationale Schutztruppe für Afghanistan (ISAF). Der Minister will sich ein Bild vom Einsatz im Norden des Landes machen. Jung wolle dabei mit einigen deutschen Soldaten sprechen und sehen, wie es im Norden um die ISAF stehe.

Die Bundeswehr hat seit Juni das Kommando der Schutztruppe. Jung wolle sich außerdem über die so genannten Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) informieren, für die die deutschen Soldaten zuständig sind. Der Minister wolle dazu die drei nordafghanischen Bundeswehrstützpunkte Masar-i-Scharif, Faisabad und Kundus besuchen, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit. Zudem werde sich Jung auch auf dem Stützpunkt Termes im benachbarten Usbekistan aufhalten. Die genaue Reiseroute wollte das Ministerium aus Sicherheitsgründen nicht bekannt geben.

Jung hatte in den vergangenen Wochen immer wieder auf die steigenden Gefahren für die in Afghanistan stationierten Soldaten gewarnt. In Nordafghanistan hatte es im Juni mehrere Anschläge auf die deutschen Soldaten gegeben. Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi der Bundeswehr bei Kundus starben Ende Juni zwei Afghanen; beim Beschuss ihrer Patrouille wurden in der Nähe von Kundus drei Bundeswehrsoldaten leicht verletzt.

Vor kurzem räumte das Verteidigungsministerium auch indirekt ein, dass immer mehr Bundeswehrsoldaten nach Auslandseinsätzen psychisch traumatisiert seien. Die Bundeswehr beteiligt sich mit 2900 Soldaten an dem NATO-geführten Militäreinsatz mit dem dazu gehörenden Versorgungsstützpunkt in Termes. (tso/AFP)

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