Bundeswehr : Kein Einsatz im umkämpften Süden Afghanistans

Die Bundesregierung hat Überlegungen eines Einsatzes der Bundeswehr in Süd-Afghanistan eine Absage erteilt. Das Mandat der Bundeswehr wird nicht verändert.

Berlin - Die Bundesregierung hat eine Ausweitung des deutschen Afghanistan-Einsatzes auf den umkämpften Süden des Landes ausgeschlossen. Deutschland werde seine Bemühungen zur Stabilisierung des Landes weiterhin auf den Norden konzentrieren, sagte Vizeregierungssprecher Thomas Steg. "Eine Änderung des Mandats ist für die Bundesregierung nicht vorstellbar und auch nicht beabsichtigt." Zuvor hatte die ARD berichtet, es gebe bei der Isaf-Schutztruppe konkrete Überlegungen, deutsche Soldaten auch in den Süden zu schicken. Angesichts der krisenhaften Lage dort werde die Beschränkung des deutschen Einsatzes auf den vergleichsweise ruhigen Norden des Landes kritisch gesehen, hieß es demnach. Erst am Montag starben bei einem Anschlag im Süden Afghanistans 17 Menschen.

Steg sagte mit Blick auf die anstehende Verlängerung des Bundeswehr-Mandats, wenn diese komme, dann nur auf der Grundlage des bisherigen Mandats, also einer Konzentration der deutschen Isaf-Truppen auf den Norden. Das derzeitige Bundeswehr-Mandat für Afghanistan läuft am 13. Oktober aus. Die Bundeswehr ist an der Internationalen Schutztruppe Isaf mit mehr als 2700 Soldaten beteiligt. Die Deutschen sind in Kabul, Masar-i-Scharif, Kundus und Faisabad stationiert.

Der Bundeswehrverband verwies allerdings darauf, dass das derzeit vom Bundestag erteilte Mandat nicht vollständig ausschließe, "dass deutsche Kräfte vorübergehend auch zur Verstärkung im Süden eingesetzt werden". Denkbar sei etwa ein Einsatz zur Sicherung von Truppenrückzügen, sagte der Chef des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz. Zugleich wandte sich Gertz gegen einen umfassenden Bundeswehr-Einsatz in den südlichen Landesteilen. Er wies darauf hin, dass dort ein "ganz anderer Gefährdungsgrad" vorherrsche als im Norden des Landes, wo die Bundeswehr bislang im Einsatz ist. "Das sind wirklich robuste Kampfeinsätze". (tso/AFP)

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