Bundeswehr : Konsequenzen nach obszönen Ritualen

Die Ermittlungen der Bundeswehr wegen angeblich obszöner Rituale in der Niederauerbach-Kaserne in Zweibrücken haben zu ersten personellen Konsequenzen geführt.

Zweibrücken - Einzelne Soldaten der betroffenen Kompanie des Fallschirmjägerbataillons 263 seien zu anderen Dienststellen innerhalb der Luftlandebrigade 26 abkommandiert worden, sagte ein Sprecher der Bundeswehrdivision für Spezielle Operationen (DSO). Man habe die Betroffenen aus der «Schusslinie» nehmen wollen.

Der genaue Sachverhalt der drei Fälle, in denen ermittelt wird, ist weiter unklar. Es müssten Dutzende von Soldaten vernommen werden, sagte der DSO-Sprecher. Er widersprach zugleich Medienberichten, wonach sich die Soldaten bei dem Ritual im Rahmen der Aufnahme in das Unteroffizierkorps völlig nackt hätten ausziehen müssen. Auch stehe noch nicht fest, ob wirklich Dörrobst ins Gesäß von Soldaten eingeführt worden sei. Die betroffenen Soldaten haben sich den Angaben zufolge freiwillig dem Ritual unterworfen.

In die Ermittlungen sind ein Wehrdisziplinaranwalt und die Staatsanwaltschaft Zweibrücken eingeschaltet. Erste Ergebnisse sollten noch am Donnerstag dem Wehrbeauftragten der Bundeswehr übermittelt werden.

Der bevorstehende Kongo-Einsatz des Zweibrückener Fallschirmjägerbataillons ist nach Angaben des DSO-Sprechers durch die Ablösung der betroffenen dritten Kompanie nicht gefährdet. Die als Ersatz vorgesehene zweite Kompanie des Bataillons habe den gleichen Ausbildungsstand. (tso/ddp)

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