Bundeswehr-Rekruten : Jung für dauerhaftes Gelöbnis vor Reichstag

Verteidigungsminister Franz Josef Jung will die Rekruten-Gelöbnisse zum Jahrestag des Attentats auf Hitler in Zukunft stets vor dem Reichstag abhalten. Künftig sollen alle Abgeordnete dazu eingeladen werden.

Bundeswehr-Rekruten
Bundeswehr-Rekruten vor dem Reichstag. -Foto: dpa

BerlinWenige Wochen nach dem ersten öffentlichen Rekruten-Gelöbnis vor dem Reichstag hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) eine Debatte über die dauerhafte Verlegung dieser Zeremonie angestoßen. "Ich bin dafür, dass wir das jährliche Gelöbnis am 20. Juli künftig immer vor dem Reichstag stattfinden lassen", sagte er der "Bild"-Zeitung". "Da gehört es hin, denn die Bundeswehr ist gegenüber dem Parlament verantwortlich."

Dagegen hatte Jung bei dem geplanten Ehrenmal für im Dienst getötete Bundeswehrsoldaten auf den Standort am Verteidigungsministerium bestanden. Dort war bislang auch immer das Gelöbnis veranstaltet worden - unweit von der Stelle, an der Offiziere nach dem missglückten Hitler-Attentat am 20. Juli 1944 hingerichtet worden waren.

Konflikt mit Bezirksamt Mitte

Jung kündigte Gespräche mit dem Bundestagspräsidenten und dem Land Berlin über die Verlegung des Gelöbnisses auf die Rasenfläche vor dem Reichstag an. Der Veranstaltung vor knapp drei Wochen war eine Auseinandersetzung mit dem Berliner Bezirksamt Mitte vorausgegangen, das die militärische Feierstunde ursprünglich dort untersagen wollte.

Der Zeitung "Die Welt" sagte Jung ferner, er werde 2009 alle Abgeordneten des Bundestages zu dem Gelöbnis einladen. In diesem Jahr waren nur die Fraktionschefs, die Mitglieder des Verteidigungsausschusses und die Sprecher für Haushalts- und für Außenpolitik eingeladen worden. Der FDP-Politiker Jörg van Essen kritisierte das. "Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, keine Armee des Verteidigungsausschusses", sagte van Essen der "Welt". (feh/dpa)

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