Politik : Bundeswehr: Scharping will die Armee wirtschaftlicher machen - Industrie soll helfen

Bundeswehr und Wirtschaft haben den Umfang ihrer Zusammenarbeit erweitert, mit der rund 1,3 Milliarden Mark bei den Streitkräften eingespart werden sollen. Rund 170 Wirtschaftsunternehmen traten am Dienstag in Berlin einem entsprechenden Rahmenabkommen bei. Nach Angaben von Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) erhöht sich damit die Zahl der dem Rahmenvertrag angehörenden Unternehmen auf über 300. In insgesamt 14 Pilotprojekten sollen etwa die Ersatzteillager effizienter organisiert, Computerspezialisten ausgebildet und zusammen mit der Deutsche Post AG die Bekleidungswirtschaft der Bundeswehr weniger aufwendig gestaltet werden.

Scharping sagte, die Bundeswehr gehe mit diesen Modernisierungsmaßnahmen weiter als jedes andere Land. Nirgendwo werde ein Ansatz so systematisch verfolgt und auf eine so breite Zusammenarbeit gestellt. Durch die logistische Kooperation mit der Post beispielsweise ließen sich in der Bekleidungswirtschaft der Bundeswehr jährlich etwa 100 bis 120 Millionen Mark einsparen. Die Initiative zeige, dass der Staat künftig nicht in den Kategorien Einnahmen und Ausgaben, sondern mehr in Aufwand und Ertrag denken müsse. Er habe mit Finanzminister Hans Eichel (SPD) vereinbart, dass die Erlöse aus den insgesamt 14 Projekten nicht dem Bundeshaushalt, sondern dem Verteidigungsetat zukämen.

Für die Kooperation war 1999 ein Rahmenvertrag mit zunächst 120 Firmen geschlossen worden. Scharping will dadurch in den nächsten 13 Jahren etwa zehn Prozent der Betriebskosten von 13 Milliarden Mark einsparen und investieren. Der Verteidigungsminister plant zudem eine Reform der Bundeswehr.

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