Bundeswehr-Skandal : US-Politiker empört über Rekruten-Video

Ein Video, in dem ein Rekrut während der Ausbildung zum fiktiven "Feuern" auf Afroamerikaner in der Bronx aufgefordert wird, hat in den USA Empörung ausgelöst. New Yorker Politiker fordern eine Entschuldigung von der Bundeswehr.

Rendsburg/New York - Der schwarze Bürgerrechtler Al Sharpton rief nach Medienberichten Präsident George W. Bush auf, das Video zu verurteilen. Das zuständige Presseinformationszentrum der Streitkräfte-Basis in Bonn teilte mit, es werde geprüft, ob gegen zwei Ausbilder dienstrechtliche Maßnahmen ergriffen werden müssten.

Der Bürgermeister der New Yorker Bronx, Adolfo Carrion, forderte die Bundesregierung auf, sich von dem Video zu distanzieren, und verlangte eine Entschuldigung von der Bundeswehr. Der demokratische New Yorker Staatssenator Jeff Klein aus der Bronx verlangte ebenfalls eine Entschuldigung. Mit dem Video seien nicht nur die Einwohner des Stadtteils, sondern alle Afroamerikaner beleidigt worden, zitierten ihn US-Medien.

Video entstand in Schleswig-Holstein

Über das Video war zunächst auf der Internet-Seite des Magazins "Stern" berichtet worden. Danach soll sich der Vorfall in der Feldwebel-Schmid-Kaserne im schleswig-holsteinischen Rendsburg im Juli 2006 ereignet haben. Das Video zeigt einen Grundwehrdienst- Leistenden am Maschinengewehr, dem von seinem Vorgesetzten befohlen wird, beim Feuern an "Afroamerikaner" zu denken und Schimpfworte zu rufen.

Ein Sprecher des Presseinformationszentrums der Streitkräfte-Basis sagte, der Vorfall sei erst Ende Januar bekannt geworden, die Prüfungen seien daher noch nicht abgeschlossen. Zu Einzelheiten wollte er sich nicht äußern. Die Kaserne in Rendsburg und die Bundeswehr in Kiel wollten am Wochenende zu den Vorfällen keine Stellungnahme abgeben. (tso/dpa)

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