Politik : Bundeswehr soll in eigenen Maschinen nach Kabul fliegen

Sascha Klettke

In den nächsten Tagen soll der Transport von Soldaten und Material nach Afghanistan wesentlich einfacher werden. Das sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, am Freitag in Berlin. Im usbekischen Termes soll demnächst ein Stützpunkt der Bundeswehr in Betrieb gehen.

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Statt wie bisher mit niederländischer Hilfe über die Türkei könnten die Deutschen dann mit eigenen Maschinen nach Kabul kommen: Bundeswehr-Airbusse vom Typ A 310 würden zunächst nach Termes fliegen, weiter nach Kabul würde es dann mit Transall-Maschinen gehen. Flugzeuge dieses Typs sind bereits in der Region stationiert. Noch seien die Verträge mit Usbekistan aber nicht abgeschlossen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums dem Tagesspiegel.

Spätestens aber, wenn Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) am kommenden Montag nach Usbekistan und Afghanistan fliegt, soll die neue Transportroute nutzbar werden. Bis Anfang März soll das komplette deutsche Kontingent in Kabul angekommen sein. Immer wieder hatten die knappen Landekapazitäten auf dem Flughafen Bagram bei Kabul und das Wetter einen Strich durch den Zeitplan gemacht.

Harald Kujat, der oberste Soldat der Bundeswehr, traf sich am Freitag im Verteidigungsministerium mit drei seiner Amtskollegen. Die Armee-Chefs von Dänemark, Österreich und den Niederlanden wollten mit Kujat ihre Arbeit für die internationale Schutz- und Unterstützungstruppe (ISAF) in Afghanistan abstimmen. Die vier Staaten bilden ein gemeinsames Kontingent mit bislang fast 700 Soldaten. Sie sollen in Kabul für Sicherheit sorgen. Inzwischen gehen die Soldaten auch nachts auf Streife, teilte der Generalinspekteur mit. Von ernsthaften Zwischenfällen sei die Truppe bislang verschont geblieben, die Soldaten gaben noch keinen Schuss ab. Über die politisch umstrittene Frage, wie der Afghanistan-Einsatz weitergeht, wenn die Briten die Führung der Schutztruppe abgeben, sollte beim Treffen der Offiziere von Deutschlands Partnern in Kabul nicht gesprochen werden, sagte Kujat. Auch darüber, ob die Nato die Führungsrolle übernehmen könnte, wollte der Generalinspekteur nicht spekulieren. "Das ist eine reine politische Frage. Ich konzentriere mich auf die Umsetzung, wenn es entschieden werden sollte." Das könnte den deutschen General ganz persönlich betreffen: Im Sommer übernimmt er den Vorsitz des Nato-Militärausschusses.

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