Politik : Bundeswehr zu Manöver nach Kuwait

Christoph Link,Robert von Rimscha

Ende dieser Woche sollen die ersten von 250 Bundeswehrsoldaten nach Kuwait verlegt werden. Aufgabe der ABC-Abwehrkräfte sei die Teilnahme an "einer gemeinsamen Übung", sagte Verteidigungsminister Rudolf Scharping in Berlin. Der Minister sprach von einer Entsendung "auf die arabische Halbinsel"; aus seinem Haus wurde der Zielort Kuwait bestätigt.

Zum Thema Online Spezial: Die Bundeswehr im Einsatz
Fotostrecke: Deutsche Soldaten für Afghanistan
Ende Februar oder Anfang März, so Scharping weiter, werde "der größte Teil" der Soldaten und der Ausrüstung in die Bundesrepublik zurückkehren. Die in Kuwait verbleibenden Kräfte dienten dazu, "Verbindungselemente im Zusammenhang mit der Operation "Enduring Freedom" zu unterhalten. Über die Zahl der in Kuwait verbleibenden ABC-Spürpanzer "Fuchs" wollte Scharping keine Angaben machen.

An Bord eines Airbus 310 ist unterdessen ein Vorauskommando der deutschen Marine in Dschibuti, am Horn von Afrika, eingetroffen. Die Hafenstadt soll der Stützpunkt für acht deutsche Schiffe werden, die am Freitag in Dschibuti erwartet werden. Der Auftrag: Kampf gegen den internationalen Terrorismus ("Enduring Freedom").

Der Hafen von Dschibuti wird stark für den zivilen Güterverkehr genutzt. Aus diesem Grunde wird in Dschibuti zunächst nur die Fregatte "Bayern" anlegen können. Die anderen Schiffe werden voraussichtlich zunächst auf Reede liegen. Von Dschibuti aus wird die Versorgung der Marine mit Wasser, frischen Lebensmitteln und Treibstoff gewährleistet. Das Bundestagsmandat für den Einsatz lautet auf maximal ein Jahr, doch die Marine richtet sich zunächst auf ein halbes Jahr Einsatz ein. Das Vorauskommando mit 98 Marineangehörigen hat den Auftrag, eine Logistikbasis zu schaffen. Auf den acht Schiffen befinden sich insgesamt 900 Seeleute, alles in allem macht das deutsche Marinekorps in Afrika also 1000 Soldaten aus.

Die Versorgungsrouten des internationalen Terrorismus auf See sollen gekappt werden - so lautet der offizielle Auftrag der Marine. Doch einen detaillierten Auftrag, so Presseoffizier Franz Bründl vom Marinekommando in Glücksburg, werden die Deutschen erst "von den Amerikanern" erhalten. Der Kommandeur des Marinekontingentes, Flottenadmiral Frieder Hoch, befindet sich auf der "Bayern" und wird dort über den Einsatzplan informiert. Es wird erwartet, dass die deutsche Marinepräsenz die Überwachung des Luftraumes über Somalia durch die Amerikaner sowie einen Einsatz von US-Elitetruppen erleichtern könnte.

Somalia, das überwiegend von Warlords regiert wird, gilt immer noch als Schlupfwinkel für Al-Qaida-Terroristen. Möglich wäre, dass Osama bin Laden von Pakistan kommend auf dem Seeweg nach Somalia einreist. Trotzdem haben die USA erstmals seit Jahren wieder direkte Hilfe für Somalia geleistet und der von Clanführern gewählten Übergangsregierung in Mogadischu Uniformen für die Polizei geliefert, hat die Nachrichtenagentur AFP aus diplomatischen Quellen in Dschibuti erfahren.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar